Weiterhin tägliche Zugausfälle

Es wird nicht besser mit dem Bahnverkehr auf der Frankenbahn. Tagtäglich berichten Fahrgäste hier im Weblog von Zugausfällen und können dies auch weiterhin tun. „Es gibt weder Zugverbindungen am Morgen von Würzburg nach Stuttgart noch am Abend von Stuttgart zurück nach Würzburg“, stellt Matthias Friedlein am Montag, den 27. Januar 2020 frustriert in seinem Kommentar fest: „RE8 ab Stuttgart, 15.42 Uhr – Totalausfall, RE8 ab Stuttgart, 19.07 Uhr – Totalausfall, RE8 ab Stuttgart, 20.12 Uhr – Totalausfall. Das bedeutet, knapp drei Stunden keine Verbindung von Stuttgart nach Würzburg“, ist Friedlein verärgert. Am Dienstag, den 28. Januar 2020 geht es genauso weiter: Die wichtigen Züge im Berufs- und Schülerverkehr von Osterburken in Richtung Heilbronn und Stuttgart ab 6:32 Uhr (RE19055) und ab 7:30 Uhr (RE 19057) fallen ebenso aus. Aktuell gegen 14 Uhr haben alle Züge zwischen Würzburg und Stuttgart wegen einer „technischen Störung an der Strecke“ Verspätungen von teils über 30 Minuten. Immerhin werden keine Zugausfälle auf der DB-Seite gemeldet.

Go-Ahead-Webseite

Selbstbewusst: „Eine Verbindung, auf die Sie zählen können“, heißt es auf der Webseite von Go-Ahead Baden-Württemberg.

Matthias Friedlein schreibt sarkastisch: „Könnte man diese Strecke nicht einfach ganz einstellen? Hier läuft – außer der gelegentlich verkehrenden RB18 von Abellio eh nicht mehr viel.“ Im Interview mit der Heilbronner Stimme stellt sich Gordon Lemke, Technischer Geschäftsleiter von Go-Ahead, der Kritik und beklagt selbst häufige Mängel an den Fahrzeugen vom Typ Stadler FLIRT, weshalb die bestellten Kapazitäten nicht ganz bedient werden könnten.

Grund dafür seien vor allem Probleme mit der Software, alte und neue Version harmonierten nicht. Deshalb stünden an manchen Tagen nur 80 bis 90 Prozent der Züge zur Verfügung. Hinzu käme ein hoher Krankenstand beim Personal. Immerhin wurden bis auf zwei Fahrzeuge inzwischen alle von Stadler an Go-Ahead ausgeliefert. Für Probleme mit der jahrzehntelang vernachlässigten Infrastruktur der Deutschen Bahn könne Go-Ahead nichts, ebenso für das schlechte Mobilfunknetz entlang der Strecke, durch das es nur spärlich Wlan im Zug gibt.

RE8-NSU-Go-Ahead

Fehlende Kapazitäten: Am 18. Dezember verkehrte der RE8 auf dem Weg von Würzburg nach Stuttgart ab Neckarsulm planmäßig, allerdings nur als vierteiliger Triebwagen. ©SCRITTI

Nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung rückt eine Entschädigung für betroffene Fahrgäste näher. Das Verkehrsministerium in Stuttgart arbeite an einem Konzept, mit dem Fahrgäste im Regionalverkehr künftig leichter an Entschädigungen kommen sollen. Die Gespräche mit Eisenbahnverkehrsunternehmen seien deutlich vorangekommen, sagte ein Ministeriumssprecher. Im Ministerium werde erwogen, ein System von Bonus- und Malus-Regelungen einzuführen. Grünen-Franktionschef Andreas Schwarz liebäugelt demnach mit einem Entschädigungsmodell, das in Österreich gilt und seit langem vom VCD Baden-Württemberg als vorbildlich, fair und transparent empfohlen wird: Es sieht pauschale Entschädigungen bei Unpünktlichkeit für Jahres- und Zeitkarteninhaber vor. Wird etwa in einem Monat die Pünktlichkeitsquote von 95 Prozent unterschritten, werden automatisch zehn Prozent des Kartenpreises rückvergütet. (mgr)

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