Ersatzzüge kehren zurück: Chaos auf der Frankenbahn geht munter weiter

Nachdem aktuell durch zahlreiche Baustellen auf der Frankenbahn sowohl im Raum Stuttgart als auch zwischen Heilbronn und Osterburken kaum mehr ein fahrplanmäßiger Bahnverkehr möglich ist, Fahrgäste immer wieder auf Busse umsteigen müssen und stundenlang unterwegs sind, kommt in einer Pressemitteilung der SWEG nun die nächste Hiobsbotschaft. Ab 13. Juni 2022 werden teils bis Jahresende 2023 durch den Betreiber wieder Ersatzzüge auf der Frankenbahn eingesetzt. Gründe dafür sind vor allem Software- und Gewährleistungsarbeiten an mehreren Talent 2-Zügen sowie zusätzliche vorbereitende Arbeiten für den Einbau des Zugsicherungssystems ETCS in die Fahrzeuge im Rahmen von Stuttgart 21, da der unterirdische Tunnelbahnhof – sofern er jemals eröffnet wird – nur mit ETCS angefahren werden kann. Zur Kompensation der fehlenden Züge muss die SWEG Bahn Stuttgart auf den Linien RE 10a/b (Heilbronn – Mannheim), RE 12 (Stuttgart – Heilbronn/Neckarelz), RB 17c sowie RB 18 (Stuttgart – Heilbronn – Osterburken) vorübergehend einige Fahrten mit Leihzügen durchführen. Fahrplanänderungen und Kapazitätsminderungen werden jedoch vermieden. Auch die vom Land Baden-Württemberg bestellten Fahrzeugkapazitäten sollen eingehalten werden, obwohl aktuell sehr viele Züge durch Reisende mit 9-Euro-Ticket überlastet sind.

Die Silberlinge kommen zurück: Erneut werden über viele Monate im Netz Neckartal und auf der Frankenbahn wieder nicht barrierefreie Ersatzzüge unterwegs sein. Die Fahrradmitnahme wird erneut zum Problem. ©SCRITTI

Laut SWEG wird der Fahrzeughersteller Alstom (ehem. Bombardier Transportation) in den kommenden Monaten Software- sowie Gewährleistungsarbeiten an der Fahrzeugflotte des Stuttgarter Netzes/Neckartal durchführen. Zudem müssen an einigen Zügen des Typs Talent 2 vorbereitende Arbeiten für das Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) stattfinden. Hierfür werden mehrere Fahrzeuge aus dem Betrieb genommen. Vom 13.06.2022 an wird daher auf der Linie RE 12 (Mosbach-Neckarelz/Heilbronn Hbf. – Tübingen Hbf.) im Abschnitt Stuttgart Hbf. – Tübingen Hbf. von Montag bis Freitag jeweils ein Zugumlauf mit Leihzügen des Subunternehmers Train Rental International GmbH & Co. KG (TRI) gefahren, ebenso auf der Linie RB 17c (Bruchsal – Stuttgart Hbf.) im Abschnitt Bretten – Bruchsal. Diese Subunternehmerleistungen sind mindestens bis zum 13.12.2023 beauftragt.

Des Weiteren wird zwischen dem 18.07. und dem 10.12.2022 auf den Linien RE 12 (Mosbach-Neckarelz/Heilbronn Hbf. – Tübingen Hbf.) und RB 18 (Osterburken – Tübingen Hbf.) im Abschnitt Tübingen Hbf. – Heilbronn/Mosbach-Neckarelz wochentags ein Umlauf mit Leihzügen durchgeführt.

Im Zeitraum 20.06. – 08.07.2022 fährt darüber hinaus die Wedler Franz Logistik GmbH & Co. KG (WFL) von Montag bis Freitag jeweils einen Zugumlauf mit Leihfahrzeugen auf den Linien RE 10 a/b (Mannheim Hbf. – Heilbronn Hbf.) sowie auf den Linien RE 12 (Stuttgart Hbf. – Tübingen Hbf.) und RB 18 (Osterburken – Tübingen Hbf.) im Abschnitt Tübingen Hbf. – Heilbronn – Mosbach-Neckarelz. (pm)

3 Gedanken zu „Ersatzzüge kehren zurück: Chaos auf der Frankenbahn geht munter weiter

  1. -Fehlendes Gesamtkonzept-

    Was einem bei der Frankenbahn und ihren Anschlüssen auffällt ist, dass es bei all den
    über Jahrzehnte erfolgten Änderungen und „Verbesserungen“ einfach kein Konzept zu geben scheint, wie deren Umsetzung für den jeweils aktuellen Nutzer erträglich gestaltet werden kann.

    Sogenannte Ersatzverkehre und Ausfälle führen zu unerhörten Zeitverlusten – wo ist die Gegenrechnung?

    Es ist wirklich höchst zweifelhaft, auch bei Stuttgart 21, ob die angeblichen Fahrzeitverkürzungen in irgend einem vernünftigen Verhältnis stehen zum Zeitverlust, der für die derzeitigen Nutzer schon entstanden ist und noch entstehen wird.

  2. Neue Fahrplanverschlechterung am Abend zur Haupverkehrszeit

    Man denkt es geht nicht mehr schlechter aber es wird immer noch eins draufgesetzt,
    Die Verbindungen zwischen 17:00 und 19:Uhr wurden nochmals verschlechtert mit bis zu 30 Minuten mehr Fahrzeit.
    Man kann den Verkehrsminister nur noch zum sofortigen
    Rücktritt auffodern.

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