ICE-Sprinter nach Berlin hält 2020 nun doch in Heilbronn

Es geschehen noch Zeichen und Wunder, die Deutsche Bahn (DB) bewegt sich: Der ICE-Sprinter, der zwischen April und Oktober einmal täglich von Stuttgart über die Frankenbahn nach Berlin und zurück fahren soll, wird nun doch in Heilbronn halten. Der VCD hatte als einer der ersten über die neue Verbindung berichtet und einen Halt in Heilbronn gefordert, der zunächst von der DB aus fahrplantechnischen Gründen abgelehnt wurde. Doch politisches Lobbying der Regional- und Landespolitiker führte nun zu einem Umdenken. Inzwischen sind auch Tickets für den Zug buchbar, der laut DB-Auskunft ab 14. April 2020 Heilbronn Hbf morgens um 6:35 Uhr verlässt und nach 5:18 Stunden Fahrzeit Berlin Hbf um 11:53 Uhr erreicht. Preislich liegt er relativ hoch und kostet im Sparpreis ohne BahnCard meist 69,90 Euro. Verbindungen zwischen Heilbronn und Berlin mit Umsteigen in Würzburg oder Nürnberg sind teils nur 20 bis 30 Minuten langsamer und kosten deutlich weniger. So kann man etwa am 18. April 2020 nur 13 Minuten später mit dem regulären RegionalExpress (RE) 8 mit Umstieg in Würzburg und Bamberg in Richtung Berlin fahren und bezahlt nur 35,90 Euro. Der Preis für die Rückfahrt mit dem ICE-Sprinter von Berlin Hbf um 15:57 Uhr mit Ankunft in Heilbronn Hbf um 21:04 Uhr liegt meist sogar bei 79,90 Euro. Auf der Rückfahrt verlässt der ICE Würzburg Hbf in der Fahrplanlage des regulären RE zur Minute :37, weshalb der RE zwei Minuten später startet als üblich. Fahrplankonflikte bei minimalen Verspätungen sind hier vorprogrammiert.

ICE-T-Naumburg

Als Sprinter zwischen Stuttgart, Heilbronn und Berlin sollen kurze ICE-T zum Einsatz kommen. Mit aktiver Neigetechnik wären diese Züge eigentlich optimal für den Einsatz auf der kurvenreichen Frankenbahn und könnten so die Fahrzeiten weiter verkürzen. Leider hat die DB das Interesse am Thema Neigetechnik verloren und nutzt diese aktuell auch nicht. ©SCRITTI

Der ICE-Sprinter verkehrt bis Anfang Oktober und startet übrigens nicht wie angekündigt am Karfreitag 10. April 2020, sondern erst am Dienstag 14. April 2020. Sonntags gibt es keine Hinfahrt, samstags keine Rückfahrt. Weiterlesen

Verkehrspolitischer VCD-Abend: Mehr Bahn braucht das Land!

Am 16. Oktober 2019, um 19:30 Uhr veranstaltete der VCD Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe mit Unterstützung durch den Verein Zabergäubahn pro Stadtbahn und die Bürgeraktion Bottwartalbahn in Lauffen am Neckar, Lauffener Weingärtner EG, Im Brühl 48 beim Lauffener Bahnhof einen weiteren verkehrspolitischen Abend mit Diskussion zum Thema: Mehr Bahn braucht das Land! Reaktivierung jetzt! Zukunft für Zabergäu und Bottwartal. Einen ausführlichen Bericht gibt es im Stadtbahn-Blog.

Verkehrspolitischer Abend mit dem VCD in Lauffen

Verkehrspolitischer Abend mit dem VCD in Lauffen am 16.10.19

Kein Klimaschutz ohne Verkehrswende! Wie können attraktive Bahnangebote den Öffentlichen Verkehr stärken und zum Rückgrat der Verkehrswende werden? Welche Zukunftschancen gibt es etwa für die Reaktivierung von Zabergäu- und Bottwartalbahn?

Das Land Baden-Württemberg untersucht derzeit 41 stillgelegte Bahnstrecken auf ihr Reaktivierungspotenzial, darunter auch Bottwartal- und Zabergäubahn oder die Krebsbachtalbahn, die über einen kurzen Lückenschluss nach Bad Rappenau angebunden werden könnte. Welche Konzepte und Ideen gibt es für eine erfolgreiche Reaktivierung? Welche Forderungen und Ideen hat der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD für eine ernstgemeinte Verkehrswende?

Moderne Hybrid- oder Batteriezüge, wie sie das Land Baden-Württemberg jetzt bestellt hat, bieten Chancen für eine Renaissance der Bahn auch auf Strecken ohne elektrische Oberleitung. Auch der Ausbau für moderne Tram-Systeme bringt den Menschen mehr Mobilität, wie die Erfolgsgeschichte der Stadtbahn Heilbronn anschaulich zeigt.

Gerhard Schnaitmann, langjähriger Mitarbeiter der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, spricht über Chancen und Möglichkeiten für den regionalen Bahnverkehr und die Wiederbelebung ehemaliger Bahnstrecken.

Matthias Lieb, VCD-Landesvorsitzender, erläutert die VCDKernforderungen für die Verkehrswende und berichtet über den Einsatz und die Ideen des VCD für eine attraktive und moderne Bahn im Land. Anschließend besteht die Gelegenheit für Fragen und zur Diskussion. Hier gibt es den  VCD-Flyer zum Download.

Kein ICE-Halt: Deutsche Bahn zeigt Heilbronn den Stinkefinger

Wie nicht anders zu erwarten war, hat die Deutsche Bahn (DB) dem Wunsch der Stadt Heilbronn, mit dem ICE-Sprinterpaar auf der Strecke Stuttgart – Heilbronn – Würzburg – Berlin im kommenden Jahr auch in Heilbronn zu halten, eine klare Abfuhr erteilt. In einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt Heilbronn heißt es: Auf sein Schreiben vom 25. Juli an Bahnvorstand Ronald Pofalla hat Oberbürgermeister Harry Mergel jetzt eine abschlägige Antwort erhalten. Der OB hatte appelliert, 2020 Heilbronn an den ICE Stuttgart – Berlin anzubinden, der dann baustellenbedingt für ein halbes Jahr über Heilbronn geführt wird. „Wir sind sehr enttäuscht, dass die Bahn unserem Wunsch nicht entspricht und wenigstens einen kleinen Ausgleich für die fehlende umsteigefreie Anbindung Heilbronns an den Fernverkehr schafft“, so OB Harry Mergel. „Mit kaum nachvollziehbaren Argumenten verprellt die Bahn einen der dynamischsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands mit fast einer halben Millionen Menschen.“ Verfasst hat das Antwortschreiben laut Pressemitteilung Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Bahn für das Land Baden-Württemberg, im Auftrag von DB-Vorstand Ronald Pofalla. Man darf davon ausgehen, dass der geneigte Herr Pofalla das Schreiben erst gar nicht zu Gesicht bekommen hat. Im Schreiben heißt es: „Aufgrund der relativen Kapazität des zur Verfügung stehenden Fahrzeuges und zur Erreichung einer attraktiven Fahrzeit können wir leider keine Zwischenhalte realisieren.“ Ob der ICE jedoch in Heilbronn ein bis zwei Minuten hält, dürfte bei der sowieso sehr geringen Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Frankenbahn für die Gesamtfahrzeit keine Relevanz haben. Interessant ist auch, dass die DB mit der „Kapazität“ argumentiert: Rechnet sie also damit, dass sie in der Region Heilbronn so viele Fahrgäste zusteigen könnten, dass der kurze ICE-T überlastet wäre? Laut Pressemitteilung geht auch die Stadt Heilbronn davon aus, dass ein Halt in Heilbronn die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Berlin nur unwesentlich verlängern würde. Zudem könnten Anschlusszüge im Fernverkehr in Würzburg sicher erreicht werden. Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel streicht nun die Segel und will nicht länger für den ICE-Halt kämpfen: Da der Heilbronner Bundestagsabgeordnete Michael Link zeitgleich eine Absage aus dem Bundesverkehrsministerium erhalten hat, sieht die Stadt Heilbronn keine Chance mehr, den zusätzlichen Halt noch zu erwirken. „Wir haben alle relevanten politischen Instanzen für unsere Sache mobilisiert und konnten die Bahn dennoch nicht zum Einlenken bewegen“, zeigt sich Mergel enttäuscht. Die Stadt Heilbronn will nun vor allem auf den Fahrplanwechsel im Dezember setzen, bei dem der zweistündige Takt nach Würzburg auf einen einstündigen Takt verkürzt und neues Wagenmaterial auf allen Nahverkehrsstrecken versprochen wird. Nur leider wird nach dem aktuellen Fahrplangefüge der morgendliche ICE-Sprinter in Würzburg von Heilbronn aus mit dem RegionalExpress nicht erreicht, da der RE in Würzburg auf den Taktknoten zur Minute :30 ausgerichtet ist, der ICE aber gegen 8 Uhr Würzburg verlässt. (mgr)

ICE soll 2020 über die Frankenbahn fahren – ohne Halt

Update: Auch der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel fordert in einem Brief an DB-Vorstand Ronald Pofalla einen Stopp des in 2020 über Heilbronn verkehrenden ICEs. Auch Grünen-Politiker machen sich für einen ICE-Halt stark. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Der ICE soll in Heilbronn halten!

Wie jetzt bekannt wurde, will die Deutsche Bahn im Jahr 2020 vom 11. April bis 4. Oktober ein tägliches ICE-Sprinter-Paar über die Frankenbahn Stuttgart – Heilbronn – Würzburg führen – allerdings ohne Halt zwischen Stuttgart und Würzburg! Grund dafür ist die Sperrung der Schnellfahrstrecke Mannheim – Stuttgart wegen umfangreicher Bauarbeiten im kommenden Jahr, die zu netzweiten Verspätungen beim Fern- und Regionalverkehr führen wird. Der fünfteilige Zug mit einem Fahrzeug der Baureihe 415 (ICE-T mit Neigetechnik, die allerdings zwischenzeitlich abgeschaltet war) soll Stuttgart am Morgen um 6:00 Uhr verlassen, um 8:00 Uhr Würzburg erreichen und dann weiter ohne Halt bis Berlin verkehren, wo der Zug um 11:39 Uhr am Hauptbahnhof ankommen soll. Zurück geht es ab Berlin Hbf um 15:50 Uhr mit Stopp in Würzburg um 19:35/37 und Ankunft in Stuttgart um 21:41 Uhr. Der ICE ist so mit einer Fahrzeit von rund zwei Stunden zwischen Stuttgart und Würzburg etwa 15 Minuten schneller als der RegionalExpress (RE), der ab Dezember 2019 stündlich verkehren soll. Die Rückfahrt des ICE ab Würzburg um 19:37 Uhr würde in der heutigen Fahrplantrasse des RE liegen.

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Präsentation der Deutschen Bahn zum geplanten ICE-Sprinter Stuttgart – Berlin in 2020

Der VCD Landesverband und auch der VCD Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe kritisieren, dass der ICE nicht in der Großstadt Heilbronn halten soll und fordern einen Stopp des Zuges in der Neckarstadt.

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Verkehrspolitischer VCD-Abend: Mehr Bahn braucht das Land!

Am 16. Mai 2019, um 19 Uhr veranstaltet der VCD in Schwäbisch Hall, Theatersaal im „Alten Schlachthaus“, Haalstr. 9 einen verkehrspolitischen Abend mit Diskussion zum Thema: Mehr Bahn braucht das Land! Ausbau, Reaktivierung jetzt!

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Der Flyer zum verkehrspolitischen VCD-Abend in Schwäbisch Hall

Kein Klimaschutz ohne Verkehrswende! Wie können attraktive Bahnangebote den Öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum stärken und zum Rückgrat der Verkehrswende werden? Was muss geschehen, damit Bahnfahren auch in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe wieder attraktiv wird? Welche Konzepte und Ideen gibt es für die Wiederbelebung ehemaliger Bahnstrecken? Welche Forderungen und Ideen hat der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD für eine ernstgemeinte Verkehrswende? Moderne Wasserstoff-, Hybrid- oder Batteriezüge wie der FLIRT Akku von Stadler bieten Chancen für eine Renaissance der Bahn und die Erweiterung des Netzes auch auf nicht elektrifizierten Strecken.

Gerhard Schnaitmann, langjähriger Mitarbeiter der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, spricht über Chancen und Möglichkeiten für den regionalen Bahnverkehr und die Wiederbelebung ehemaliger Bahnstrecken.

Matthias Lieb, VCD-Landesvorsitzender, erläutert die VCDKernforderungen für die Verkehrswende und berichtet über den Einsatz und die Ideen des VCD für eine attraktive und moderne Bahn im Land. Anschließend besteht die Gelegenheit für Fragen und zur Diskussion. Hier gibt es den VCD-Flyer zum Download

Das Landesverkehrsministerium hat jetzt eine Liste mit stillgelegten Bahnstrecken und Potenzial für eine mögliche Reaktivierung vorgelegt und will diese Projekte weiter untersuchen. Dazu gehören auch die Zabergäubahn Laufen – Zaberfeld sowie die Strecke von Waldenburg nach Künzelsau.

DB-Missmanagement treibt Fahrgastzahlen in den Keller

Was viele Kritiker im Zuge des anstehenden Betreiberwechsels auf der Frankenbahn befürchtet hatten, ist inzwischen eingetreten: Wie die Ludwigsburger Kreiszeitung berichtet, sind die Fahrgastzahlen auf der Frankenbahn Stuttgart – Heilbronn – Würzburg und auf der Residenzbahn Stuttgart – Karlsruhe im Vergleich zu 2014 deutlich zurückgegangen. Dies ergab eine Anfrage von Daniel Renkonen, dem verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Landtag und Abgeordneten für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen, an das Landesverkehrsministerium. Grund dafür sind die ständigen Verspätungen und Zugausfälle durch den aktuellen Betreiber DB Regio, die vom Landesverkehrsminister mehrfach heftig kritisiert wurden. Ein weiterer Faktor dürften die nicht-klimatisierten Doppelstockwagen sein, die vor allem im Sommer für Sauna-Verhältnisse in den Zügen sorgen und zahlreiche Fahrgäste wieder ins klimatisierte Auto treiben.

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Uralt-Doppelstockzüge ohne Klimatisierung, Verspätungen und Zugausfälle machen den Fahrgästen auf der Frankenbahn das Leben schwer. Bei dieser Regionalbahn am 29. April 2019 von Osterburken nach Stuttgart funktioniert die Fahrtzielanzeige wieder einmal nicht. ©SCRITTI

In dem Artikel heißt es: Für die Regionalzüge, die durch den Kreis Ludwigsburg fahren, schlägt ein sattes Minus zu Buche: Auf der Residenzbahn-Strecke Stuttgart-Karlsruhe stiegen im Abschnitt zwischen Stuttgart und Vaihingen 2014 an den fünf Werktagen einer Woche noch insgesamt 14.287 Fahrgäste in den Regionalzug – vier Jahre später waren es nur noch 12.427 Passagiere. Das ist ein heftiger Einbruch von 13 Prozent. Nur wenig besser sieht es auf der Frankenbahn Stuttgart-Heilbronn aus: Zwischen Stuttgart und Kirchheim sank die Fahrgastzahl von 15.244 auf 13.999 – ein Minus von immerhin acht Prozent.

Auf der Murrbahn, wo bereits moderne Fahrzeuge zum Einsatz kommen und der Takt deutlich verdichtet wurde, läuft es besser. Im Verkehrsministerium hofft man auch, dass durch die Tarifreform im VVS und die Senkung der Fahrpreise der Regionalverkehr wieder attraktiver wird. Wenn im Dezember 2019 Go-Ahead und Abellio den Schienenpersonennahverkehr auf der Frankenbahn übernehmen, gilt zumindest auch in Richtung Würzburg der Stundentakt. Zudem kommen endlich moderne, spurtstarke Elektrotriebwagen zum Einsatz, sofern Bombardier genügend neue Fahrzeuge vom Typ Talent 2 an Abellio liefert und diese komplett zugelassen sind. Zufrieden äussert sich der Verkehrsminister mit dem Busverkehr rund um Stuttgart: Auf 80 Prozent der Buslinien gelten bereits jetzt die fürs Zieljahr 2020 versprochenen, besonders abends und an den Wochenenden besseren Fahrpläne. Wochentags soll mindestens der 30-Minuten-Takt, abends und an Wochenenden mindestens der Stundentakt Standard sein, damit die Busse zuverlässige Zubringerdienste zur S-Bahn erbringen können. Auch der Landkreis Ludwigsburg hat alle seine Busverkehre in sogenannten Linienbündeln zusammengefasst und neu vergeben. Die Busse im Strohgäu etwa fahren bereits nach den neuen Fahrplänen, die im Bottwartal folgen im August.

Historischer Tag: Der erste ICE auf der Frankenbahn

Am Montag, den 29. April 2019 wurde in Heilbronn Eisenbahn-Geschichte geschrieben: Zum ersten Mal fuhr ein ICE fahrplanmäßig in den Hauptbahnhof der Großstadt ein! Mit rund 50 Minuten Verspätung erreichte ICE 715 von Köln kommend gegen 10:30 Uhr den Heilbronner Hauptbahnhof, wie die Heilbronner Stimme im Liveblog berichtete, um dann nach Stuttgart weiter zu fahren. Die Rückfahrt nach Köln mit ICE 714 am Nachmittag mit Abfahrt um 14:10 Uhr in Heilbronn verlief pünktlich. Anlass für den täglichen ICE-Stopp bis Anfang Oktober (Montag bis Freitag) ist die Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn, nachdem sich die lokale Politik vehement für einen Fernverkehrshalt während der BUGA eingesetzt hatte.

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ICE trifft Stadtbahn auf der Fahrt nach Köln am Haltepunkt Neckarsulm Mitte ©SCRITTI

Der ICE verlässt Köln am frühen Morgen um 6:11 Uhr und benötigt rund vier Stunden bis zur Endstation Stuttgart.

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VCD-Verkehrskonzept mit weiteren Details zu MEX und S43 bis ins Zabergäu

Der VCD hat zwischenzeitlich das Konzept für den MetropolExpress (MEX) und eine bessere Anbindung von Heilbronn im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf der Nord-Süd-Achse weiter konkretisiert. Dieses Konzept eröffnet weitere, sehr positive Möglichkeiten für SPNV-Verbesserungen in der Region. Die aktuelle Version findet sich hier zum Download als pdf. Ergänzt wurde:

Linie Würzburg – Osterburken – Heidelberg: Mit Anschluss von/zum IRE Stuttgart – Würzburg zur Minute :30 können zwischen Osterburken und Mosbach-Neckarelz wieder schnelle Züge verkehren mit Anschluss von/zum MEX in Neckarelz zur Minute :00. Dies kann z.B. durch Kuppeln oder Flügeln geschehen. Die Gesamtreisezeit zwischen Würzburg und Heidelberg würde sich auf 120 Minuten verkürzen und wäre damit schneller als heutige Fernverkehrsverbindungen mit Umsteigen über Aschaffenburg oder Frankfurt/M.

Dass es zwischen Osterburken und Heidelberg weiterhin nur langsame S-Bahn-Verbindungen geben soll, wird von vielen Seiten heftig kritisiert und trägt nicht wirklich zur Attraktivität des SPNV bei. Auch als VCD sehen wir hier Handlungsbedarf, vor allem für viele Pendler in den Rhein-Neckar-Raum. Die S-Bahn Rhein-Neckar könnte weiterhin nach dem schnellen RE/MEX fahren oder um eine halbe Stunde versetzt durch Verlängerung der heute in Mosbach endenden Bahnen.

S43 Osterburken – Heilbronn – Lauffen Süd: Diese S-Bahn-Linie mit Vollbahnfahrzeugen könnte sofort eingerichtet werden, idealerweise bis zu einem neu zu schaffenden Haltepunkt Lauffen-Süd am Abzweig der Strecke der Zabergäubahn. Damit würde sich auch die ÖV-Situation südlich von Heilbronn verbessern, wo es derzeit nur einen Halbstundentakt gibt. Zudem ist es für Fahrgäste südlich von Heilbronn derzeit nicht möglich, die großen Arbeitgeber in Neckarsulm (Audi, Schwarz-Gruppe) direkt und schnell per Bahn zu erreichen. Mit der S43 wäre dies künftig möglich ohne zeitraubenden Umweg durch die Heilbronner Innenstadt. In der aktuellen Planung des Landes gibt es zudem KEINE funktionierenden Anschlüsse vom MEX weiter mit der S42 in Richtung Bad Rappenau/Sinsheim. Bei einer späteren Reaktivierung der Zabergäubahn könnte diese etwa mit elektrischen Triebzügen mit zusätzlichem Batterieantrieb in die S43 integriert werden.

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Das VCD-Konzept für die Frankenbahn: Beide MEX-Linien sollten halbstündlich in den Rhein-Neckar-Raum führen, eine neue S-Bahnlinie 43 sollte Osterburken mit Lauffen und dem Zabergäu verbinden

Alle weiterführenden Infos zu diesem Konzept für die Frankenbahn finden sich im entsprechenden Post in diesem Weblog.

DB Personal steuert Züge von Go-Ahead

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Am 4. Februar 2019 stand ein nagelneuer Triebzug vom Typ FLIRT von Go-Ahead im neuen BaWü-Design im Bahnhof Crailsheim ©SCRITTI

Gute Nachrichten für Fahrgäste auf der Frankenbahn: Wenn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 der neue Anbieter Go-Ahead die schnellen Züge zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg im Stundentakt übernimmt, sollen sowohl genügend neue Fahrzeuge vom Typ Stadler FLIRT als auch genügend Triebfahrzeugführer*innen zur Verfügung stehen. Die ganze Bahnbranche leidet aktuell extrem unter Personalmangel. Nach einer aktuellen Pressemitteilung des Landesverkehrsministeriums kooperieren Go-Ahead und der aktuelle Betreiber DB Regio beim Personal, um den Betriebsübergang ab Juni 2019 im Sinne der Fahrgäste möglichst reibungslos zu gestalten. Die Deutsche Bahn-Tochter überlässt Go-Ahead rund 30 Lokführer*innen. Zugleich werden neue Triebfahrzeugführer von Go-Ahead auf DB-Zügen geschult. Die Zusammenarbeit habe Vorbildcharakter heißt es: DB Regio und Go-Ahead hatten im Beisein des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Erst jüngst gab es Meldungen, dass die neuen Züge vom Typ Bombardier Talent 2 für die von Abellio betriebenen Strecken nicht rechtzeitig im Juni 2019 zur Verfügung stehen, da der Hersteller für die weiterentwickelten Fahrzeuge mit neuer Software noch keine Zulassung habe. Go-Ahead meldet in einer aktuellen Pressemitteilung zudem, dass die Lehrgänge für Quereinsteiger zur Qualifizierung als Triebfahrzeugführer*in auf große Nachfrage stoßen und es mehr Anmeldungen als Ausbildungsplätze gibt.

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22 Stunden im Jahr Warten auf die Frankenbahn

Die Heilbronner Stimme berichtet aktuell über einen 42-jährigen Heilbronner, der akribisch die Abfahrtzeiten seiner Züge nach Stuttgart und zurück notiert. Fazit: Im Jahr 2018 hat er 22 Stunden am Gleis gewartet, obwohl er Verspätungen der Züge von DB Regio erst bei mehr als fünf Minuten notiert. Für Michael Specht ist das nervend und frustrierend. Im Jahr 2017 kam er sogar auf 27 Stunden Verspätung, also umgerechnet gut drei Arbeitstage, heißt es in dem Bericht. Was dem Heilbronner auffiel: 2018 sei der meistgenannte Verspätungsgrund ein „verspätetes Bereitstellen von Zügen“ gewesen. Die App der Deutschen Bahn (DB) zeige oft eine pünktliche Abfahrt an, am Gleis sehe es ganz anders aus. Dass auf der Strecke alte Wagen ohne Klimaanlage fahren, grenze im Sommer fast schon an Körperverletzung, findet er. Und nervig sei, dass man als Pendler oft keine Informationen erhalte, warum ein Zug nicht kommt oder wann er denn losfährt. Auf HSt-Anfrage verweist die DB-Pressestelle auf unterschiedliche Ursachen für die Probleme, etwa Defekte an Weichen, bauliche Einschränkungen an der Infrastruktur, belegte Gleise oder Verspätungen im Fernverkehr, die sich auswirkten.

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Tortur für Fahrgäste: Zugausfälle und Verspätungen ohne Ende auf der Frankenbahn, hinzu kommen im Sommer brütend heiße Ex-DDR Doppelstockwagen ohne Klimaanlage Foto: ©SCRITTI

Auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann ist sauer auf die Leistungen der DB im Land und verzweifelt an deren Inkompetenz. In einem Brandbrief an den Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Odenwald hat der Verkehrsminister aufgelistet, was sich dringend ändern muss. Im Interview mit der Wochenzeitung Kontext erläutert Hermann, warum er sich manchmal fühlt wie Sisyphus.

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