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Freier Journalist und Fotograf, Südwestdeutschland Fachmann für Verkehr, Bahn, Bus, Reisen

Personalmangel bei Abellio: Zugausfälle zwischen Osterburken und Heilbronn an Wochenenden

In einer aktuellen Pressemitteilung weist Abellio darauf hin, dass vom 8. August bis zum 6. September 2020 samstags und sonntags mehrere Fahrten der Linie RB 18 zwischen Osterburken und Bad Friedrichshall bzw. Heilbronn entfallen und durch Busse ersetzt werden. Grund dafür ist ein vorübergehender Personalengpasses. An den Samstagen und Sonntagen verkehren die Regionalzüge zweistündlich statt im Stundentakt. Für die entfallenden Fahrten ist ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen zwischen Osterburken und Bad Friedrichshall eingerichtet, die für die Strecke rund eine Stunde benötigen. In Bad Friedrichshall besteht Anschluss an die Linie RE 10 von/nach Heilbronn mit Wartezeiten von bis zu 15 Minuten. Reisende werden gebeten, die geänderten Abfahrtszeiten der Busse zu beachten. Weitere Informationen zum Schienenersatzverkehr erhalten Fahrgäste auf abellio.de/verkehrsmeldungen-bw. Auch über die Fahrplanauskunft auf bahn.de und über den DB-Navigator sind Informationen abrufbar. Für die Unannehmlichkeiten bittet die Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH ihre Fahrgäste um Entschuldigung.

Auf die Abellio-Züge von Osterburken nach Tübingen müssen Fahrgäste an den Wochenenden bis Anfang September 2020 öfter mal verzichten und stattdessen auf den Bus umsteigen. ©SCRITTI

Abellio betont, dass der Fachkräftemangel in der Bahnbranche wie für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen eine fortwährende Herausforderung sei. Hinzu komme ein erhöhter Personalbedarf bedingt durch die Umsetzung eines alternativen Betriebskonzeptes im Netz Neckartal infolge eines anhaltenden Lieferverzuges des Fahrzeugherstellers Bombardier. Die aktuelle Urlaubszeit, Krankmeldungen sowie ein starker Wettbewerb am Arbeitsmarkt um ausgebildete Fachkräfte hätten nun dazu geführt, dass kurzzeitig nicht ausreichend Triebfahrzeugführer zur Verfügung stünden. Durch eine kontinuierliche Qualifizierung von Zugpersonal baut Abellio seinen Personalbestand weiter auf und will die Lücke umgehend schließen. Bereits Anfang September 2020 darf Abellio weitere frisch qualifizierte Triebfahrzeugführer begrüßen. (pm/mgr)

Klimaschutz: Nebenbahnen haben große Zukunft

Anfang Juli 2020 lud der VCD-Landesverband Baden-Württemberg zu einer weiteren Exkursion zum Thema „Zukunft des öffentlichen Verkehrs“. Dieses Mal ging es zur sogenannten Räuberbahn auf der Schwäbischen Alb. Die Räuberbahn Altshausen – Schwackenreute ist ein kommunal verantwortetes Unternehmen der Stadt Pfullendorf und weiterer Anliegergemeinden. Die Kommunen hatten nach der erfolgreichen Reaktivierung die Strecke schließlich 2015 von der DB gekauft. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten investieren sie Zug um Zug in den weiteren Ausbau. Inzwischen gibt es regelmäßig Ausflugsverkehre am Wochenende von Aulendorf bis Pfullendorf sowie auch zunehmender Güterverkehr. Einen Bericht über die Exkursion gibt es auf der Seite vom VCD-Landesverband. Das Land Baden-Württemberg untersucht aktuell 41 stillgelegte Bahnstrecken auf ihr Potenzial für eine Reaktivierung. Darunter befinden sich auch die Zabergäubahn (Lauffen – Zaberfeld), Bottwartalbahn (Heilbronn – Marbach) und Kochertalbahn (Waldenburg – Künzelsau). Auch die Krebsbachtalbahn (Neckarbischofsheim – Hüffenhardt) sollte eine rund zwei Kilometer lange Verbindung zum Heilbronner Stadtbahnnetz in Bad Rappenau erhalten. Der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe hat bei verschiedenen Veranstaltungen auf die Bedeutung der Reaktivierung von Bahnstrecken für die Verkehrswende und den Klimaschutz hingewiesen.

Noch wächst Gras über die Bahngleise bei Althengstett. Doch die Arbeiten zur Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw sind in vollem Gang. ©SCRITTI

Positive Beispiele für die Reaktivierung von Bahnstrecken gibt es einige im Südwesten, sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz. Im Großraum Stuttgart sind das etwa die Schönbuchbahn (Böblingen – Dettenhausen), die inzwischen wegen der großen Nachfrage sogar elektrifiziert wurde und längere Züge erhalten wird, oder die Wieslauftalbahn (Schorndorf – Rudersberg), auf der wahrscheinlich bald mit Wasserstoff angetriebene Züge zum Einsatz kommen sollen. Beide Strecken gingen in kommunales Eigentum über und werden auch kommunal von Zweckverbänden erfolgreich betrieben. Auch eine Folge der Fernsehserie Eisenbahnromantik vom März 2020 beschäftigt sich mit der Zukunft stillgelegter Bahnstrecken. Darin geht es auch um die positiven Beispiele Räuberbahn und Krebsbachtalbahn.

In dieser Folge von Eisenbahnromantik geht es um die erfolgreiche Reaktivierung von Bahnstrecken und positive Beispiele im Südwesten wie Räuberbahn und Krebsbachtalbahn.

Region fordert dauerhafte ICE-Verbindung über die Frankenbahn nach Berlin

In einer aktuellen Pressemitteilung richten Politiker aus der Region Heilbronn-Franken einen Appell an die Deutsche Bahn (DB) zum Erhalt der attraktiven, direkten ICE-Verbindung über die Frankenbahn nach Berlin über den 25. September 2020 hinaus. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe begrüßt das Engagement und schlägt vor, den ICE künftig bei gleicher Fahrzeit von Würzburg über Erfurt und Halle/Leipzig zu führen statt ohne Halt über die Schnellfahrstrecke via Kassel. Dadurch würden weitere attraktive Reiseziele für Fahrgäste aus Stuttgart oder Heilbronn auf direktem Weg erschlossen. Die Gesamtreisezeit Heilbronn – Berlin von unter fünfeinhalb Stunden wäre weiterhin konkurrenzlos schnell. Zudem könnten in weniger als dreieinhalb Stunden Erfurt oder in rund vier Stunden Leipzig ohne Umsteigen aus Heilbronn erreicht werden. Auf diese Weise würde zusätzliches Fahrgastpotenzial erschlossen und die Verbindung auch für den Großraum Stuttgart noch attraktiver, ist sich der VCD sicher.

Einmal am Tag verkehrt von April bis Ende September 2020 ein ICE-Sprinter über die Frankenbahn morgens von Stuttgart nach Berlin und abends wieder zurück mit Halt in Heilbronn. Hier bei der Durchfahrt in Osterburken im Juni 2020. ©SCRITTI
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Dr. Dieter Ludwig: „Wir müssen die Bahn zu den Menschen bringen“

Aus Anlass des Todes von Dr. Dieter Ludwig am 16. Juli 2020 in Ettlingen gibt es nachfolgend nochmals ein Interview mit ihm aus dem Jahr 2009, das weiterhin aktuell ist. Damals hatte der „Erfinder“ des Karlsruher Modells mit Zweisystem-Stadtbahnen und langjährige Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) bei einer Veranstaltung der BI Frankenbahn sowie des VCD in Möckmühl leidenschaftlich die Ergänzung des Heilbronner Stadtbahn-Netzes um die Strecke der Frankenbahn bis Osterburken oder Lauda gefordert. Dazu müsste man nur einen Triebwagen an die Züge der heutigen S41 oder S42 anhängen und in Bad Friedrichshall abkuppeln. Sein Motto war stets: „Wir müssen die Bahn zu den Menschen bringen, sie dort abholen, wo sie leben und sie dahin bringen, wo sie hinwollen.“ Dies gilt bis heute auch für die Frankenbahn.

Nahverkehrsexperte und „Erfinder“ des Karlsruher Modells mit Zweisystem-Stadtbahnen Dr.-Ing.e.h. Dieter Ludwig sprach im September 2009 im Interview über die Frankenbahn und einen möglichen S-Bahnverkehr von Heilbronn bis Möckmühl. ©Foto privat

„Wir könnten schon morgen mit der Stadtbahn nach Osterburken fahren!“

Der langjährige Chef der Karlsruher Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) und Erfinder der modernen Regionalstadtbahn Dieter Ludwig (Foto: privat) engagierte sich auch noch im Ruhestand mit Leidenschaft, Sachverstand und Unternehmergeist für einen besseren Schienenverkehr. Ludwig hatte 1999 die Stadtbahn nach Heilbronn gebracht und hat stets auch in der Strecke der Frankenbahn bis Osterburken oder Lauda genügend Potenzial für eine moderne S-Bahn im Taktverkehr gesehen. Im Interview mit Michael Schwager sprach Dr. Ludwig über Perspektiven und Chancen für die Frankenbahn.

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Sommerferien: Abo-Kunden fahren in ganz BaWü kostenlos Bus und Bahn

Mit dem bwAboSommer startet am 31. Juli 2020 die größte Dankeschön-Aktion für Pendlerinnen und Pendler im Öffentlichen Verkehr (ÖV) in der Geschichte des Landes Baden-Württemberg, schreibt das Landesverkehrsministerium in einer aktuellen Pressemitteilung. Bis zum 13. September sind alle Jahres-Zeitkarten – also auch alle Abo-Tickets in den Verkehrsverbünden – über alle Verbundgrenzen hinweg in Baden-Württemberg gültig. Das heißt, dass etwa 1,5 Millionen Fahrgäste – auch jene mit Zeitkarten im Heilbronner Verkehrsverbund HNV – während der gesamten Sommerferien zusätzlich zu ihrem gekauften Abo auf allen Strecken im Land mit Bus, Bahn und Tram kostenfrei unterwegs sein können. Von Mannheim bis zum Bodensee. Und das an allen Tagen, von Montag bis Sonntag. Unter Federführung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg haben sich alle Verkehrsverbünde, alle Eisenbahnverkehrsunternehmen und die Baden-Württemberg-Tarif-Gesellschaft auf diese einmalige Aktion verständigt. Partner sind der Verband der Verkehrsunternehmen VDV und der Verband der Omnibusunternehmen WBO sowie der Städtetag, der Gemeindetag und der Landkreistag. Eine gemeinsame Werbekampagne der Mobilitätsmarke bwegt und den Verbünden wird unter dem Motto „das längste Festival aller Zeiten“ diesen bwAboSommer begleiten. 

In den Sommerferien 2020 dürfen Inhaber von Abo-Tickets in ganz Baden-Württemberg kostenlos den ÖV nutzen.
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Entschädigung für Bahnpendler kann nun beantragt werden

Auch Inhaber von Dauerkarten auf der Bahnstrecke zwischen Aalen und Crailsheim (Jagsttalbahn) erhalten jetzt eine Entschädigung für Schlechtleistungen im Bahnverkehr, wie das Landesverkehrsministerium mitteilt. Auf diesem Streckenabschnitt wurden bei Betriebsbeginn von Go-Ahead im Juni 2019 die Leistungen noch per Bus als Schienenersatzverkehr erbracht. Stammkunden im regionalen Schienenverkehr in Baden-Württemberg können für jetzt insgesamt elf Strecken den Antrag auf eine einmalige Entschädigung für einen Monatsbeitrag stellen, und zwar hier. Dazu gehört auch die Frankenbahn zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg. Entschädigt werden Fahrgäste, die von Schlechtleistungen im regionalen Bahnverkehr zwischen Juli 2019 und Januar 2020 betroffen waren und eine Monats- oder Jahreskarte, ein Abonnement, eine Zeitkarte des DB-Fernverkehrs oder eine Bahncard 100 besaßen. Der VCD begrüßt die Entschädigungsregelung, wünscht sich aber eine langfristige, automatisierte Lösung nach dem Vorbild Österreichs.

Das Verkehrsministerium des Landes hat mit nachvollziehbaren Kriterien die Strecken identifiziert. Die Entschädigung kann über wenige Eingaben auf einem Internet-Formular beantragt werden. Der VCD setzt sich seit 2017 für eine Entschädigungsregelung für Pendler nach Österreichischem Vorbild ein. Dort erhalten Pendler automatisch eine Erstattung, wenn die Verkehrsunternehmen die vereinbarten Pünktlichkeitswerte nicht einhalten. Das fordern wir auch dauerhaft für Baden-Württemberg.

Matthias Lieb, VCD-Landesvorsitzender

Den Antrag auf Rückzahlung eines Monatsbeitrages können die Kundinnen und Kunden über die bwegt-Webseite des Landes stellen. Bwegt nutzt für die Abwicklung der Zahlungen und für die Kundenkommunikation die Dienstleister DB Regio und DB Dialog. Fahrgäste, die bereits einen Entschädigungsantrag gestellt haben, der auch die Strecke Aalen-Crailsheim betrifft, müssen keinen neuen Antrag stellen. Der Entschädigungsbetrag wird, wenn der Antrag korrekt gestellt wurde, direkt überwiesen. Auf der bwegt-Webseite werden alle Fragen zur Entschädigung über FAQs beantwortet, eine telefonische Kundenhotline steht darüber hinaus für weitere Fragen zur Verfügung. (pm/mgr)

Abellio kehrt ab 14. Juni zum regulären Fahrplan zurück

In einer aktuellen Pressemitteilung weist Abellio Rail Baden-Württemberg (ABRB) darauf hin, dass mit dem sogenannten kleinen Fahrplanwechsel am Sonntag, 14. Juni 2020 wieder gemäß des regulären Fahrplans im Stuttgarter Netz/Neckartal gefahren wird. Das betrifft die Linien RE 10 (Mannheim – Heilbronn / Heilbronn – Stuttgart) sowie RB 18 (Osterburken – Heilbronn – Stuttgart). Die aktuellen Fahrplanhefte sind online auf der Abellio-Webseite abrufbar. Auf Grund der Kritik des VCD und von Fahrgästen gibt es nun auch einen Taschenfahrplan als pdf, auf dem ALLE Fahrten zwischen Heilbronn und Stuttgart verzeichnet sind, also auch jene mit dem RE 8 von Go-Ahead (Würzburg – Heilbronn – Stuttgart). Die bisherigen Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie werden nun wieder aufgehoben. Fahrgäste haben außerdem die Möglichkeit, sich in der Fahrplanauskunft auf abellio.de/bawue sowie auf bahn.de und im DB Navigator über die gültigen Fahrzeiten zu informieren. Da die Abellio-Züge ab 14. Juni von Stuttgart bis Tübingen verlängert werden, werden zwischen Heilbronn, Stuttgart und Tübingen künftig teilweise wieder Züge mit unklimatisierten Silberlingen und alten DoStos verkehren, da weiterhin Ersatzfahrzeuge notwendig sind

Die modernen Elektrotriebwagen vom Typ Talent 2 verkehren für Abellio weiterhin fast nur auf dem RE 10 zwischen Mannheim und Heilbronn (in der Regel zwei Dreiteiler) sowie vereinzelt auf der RB 18 zwischen Stuttgart und Osterburken. Zwischen Heilbronn und Stuttgart kommen Ersatzzüge unterschiedlicher Unternehmen zum Einsatz. ©SCRITTI
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Mit dem ICE von Heilbronn direkt nach Rügen

Die Deutsche Bahn (DB) baut ihr touristisches Angebot für diesen Sommer weiter aus und bietet unter anderem eine neue Direktverbindung im ICE von Heilbronn über Berlin bis nach Rügen. Fernverkehrs-Chef Michael Peterson: „Ein breites Verkehrsangebot für den Deutschland-Tourismus ist in diesem Jahr wichtiger denn je.“ Zusätzlich zu den bereits wieder aufgenommenen ICE- und IC-Linien werden die beliebten Urlaubsziele Rügen, Ostfriesische Inseln und Tirol somit noch bequemer erreichbar. Zu diesem Zweck wird ab 31. Juli 2020 der derzeit frühmorgens über die Frankenbahn von Stuttgart über Heilbronn und Würzburg nach Berlin verkehrende ICE 1098 freitags und samstags bis nach Binz auf Rügen verlängert. Abfahrt in Heilbronn ist um 6:35 Uhr mit Ankunft in Binz um 16:39 Uhr. Gehalten wird auch in Züssow (Anschluss nach Usedom), Greifswald, Stralsund und Bergen auf Rügen. Samstags und sonntags am späten Vormittag um 11:20 Uhr verkehrt die durchgängige Verbindung für die Rückfahrt. Anders als bei den ICE-Sprinter-Verbindungen unter der Woche wird auch in Kassel-Wilhelmshöhe gehalten. Für die Gesamtstrecke von Binz bis Stuttgart benötigt der Zug zehn Stunden und 20 Minuten. Weitere zusätzliche Direktverbindungen gibt es ab 27. Juni 2020 von Berlin über Erfurt, Nürnberg, München nach Innsbruck. Ab dem 3. Juli 2020 folgt eine neue Verbindung aus München nach Emden und Norddeich Mole via Würzburg, Kassel und Münster. In Emden und Norddeich Mole bestehen Anschlüsse auf die Fähren nach Borkum, Juist und Norderney. (pm/mgr)

Drei zusätzliche Direktverbindungen bietet die Deutsche Bahn im Sommer 2020 in die Alpen und an Nord- und Ostsee. Der temporär über Heilbronn verkehrende ICE wird bis auf die Insel Rügen verlängert. ©Deutsche Bahn

Kleiner Fahrplanwechsel: Kommen die Schrottzüge auf die Frankenbahn zurück?

Wenn zum kleinen Fahrplanwechsel am Sonntag, den 14. Juni 2020 das neue Verkehrsangebot von Abellio Baden-Württemberg auf der Neckar-Alb-Bahn Stuttgart – Tübingen startet, hat dies auch Auswirkungen auf die Frankenbahn. Zwischen Heilbronn, Stuttgart und Tübingen werden künftig teilweise wieder Züge mit unklimatisierten Silberlingen und alten DoStos verkehren, da weiterhin Ersatzfahrzeuge notwendig sind. Abellio übernimmt am 14. Juni 2020 nach gewonnener Ausschreibung einen wesentlichen Teil der bisher zwischen Stuttgart und Tübingen von DB Regio erbrachten Verkehre und verknüpft diese gemäß Ausschreibung mit den beiden Linien in Richtung Heilbronn. Über die Änderungen informiert das Landesverkehrsministerium in einer ausführlichen Pressemitteilung.

Künftig werden die von Abellio betriebenen Züge zwischen Heilbronn und Tübingen durchgebunden. Dies betrifft die Linie RE10 von Mannheim über Heilbronn (an/ab zur vollen Stunde) nach Stuttgart sowie die RB 18 von Osterburken über Heilbronn (an/ab zur halben Stunde) nach Stuttgart. Die Linie RE10 ist derzeit in den Abschnitt Mannheim – Heilbronn (Talent-Triebwagen von Abellio) und Heilbronn – Stuttgart (Doppelstockzüge von DB Regio) aufgeteilt. Ab 14. Juni 2020 sollen die auf dem RE10 von DB Regio betriebenen modernen Doppelstockzüge durch Leihfahrzeuge anderer Unternehmen ersetzt werden, da vom Fahrzeughersteller Bombardier bisher immer noch nicht alle von Abellio bestellten Fahrzeuge des Typs Talent geliefert wurden.

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Land zeigt Go-Ahead die Rote Karte

Nach einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Landesverkehrsministerium laufen derzeit Gespräche zwischen dem Aufgabenträger Land Baden-Württemberg und dem aktuellen Betreiber des RE8 auf der Frankenbahn zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg Go-Ahead, um für einen Übergangszeitraum Go-Ahead zu entlasten und durch einen anderen Betreiber die Qualität des Verkehrsangebots dauerhaft sicherzustellen. Eine Kündigung des Verkehrsvertrages steht demnach nicht im Raum. Der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe begrüßt diesen Schritt: „Das Land hat endlich die Notbremse gezogen und präsentiert dem aktuellen Betreiber die Quittung für permanente Schlechtleistung“, sagt Hans-Martin Sauter, Vorstand im VCD-Regionalverband. „Das ewige Warten und Vertrösten auf einen reibungslosen Bahnbetrieb in der Zukunft muss endlich ein Ende haben.“ Obwohl seit Beginn der Corona-Krise auch beim RE8 der Betrieb ausgedünnt wurde und es kaum mehr Beschwerden gab, hat der neue Betreiber angeblich weiterhin Personalprobleme. Weiterlesen