Endstation Heilbronn: VCD kritisiert unnötige Verschlechterungen im Jahresfahrplan 2027 auf der Frankenbahn

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe kritisiert die vom Land Baden-Württemberg geplanten Verschlechterungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) der Frankenbahn ab 13. Dezember 2026. Wie vom Land Baden-Württemberg und der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) bereits angekündigt, wird die stündliche MetropolExpress (MEX) Linie 18 auf die Verbindung Tübingen – Stuttgart – Heilbronn eingekürzt. Die bisherige Durchbindung der Linie bis nach Osterburken entfällt. Künftig muss in Heilbronn Hbf zur halben Stunde auf die neue Regionalbahn Linie 86 Heilbronn – Osterburken umgestiegen werden. Die Umsteigezeit beträgt in beide Richtungen jeweils vier Minute, wodurch nach VCD-Ansicht verpasste Anschlüsse und großer Ärger bei den Fahrgästen vorprogrammiert sind.

Zusammen mit dem MEX 12 verkehrt der MEX 18 künftig halbstündlich bis Heilbronn Hbf. Bisher fuhr der MEX 18 zur halben Stunde von Heilbronn weiter über die Frankenbahn bis Osterburken mit fast allen Unterwegshalten. Die Weiterfahrt von einzelnen MEX 12 Zügen zur vollen Stunde von Heilbronn in der Hauptverkehrszeit bis Mosbach-Neckarelz wird ebenfalls gestrichen. Auch hier muss in Zukunft in Heilbronn auf die neue Regionalbahn RB 15 umgestiegen werden. Mit der Einkürzung des MEX 18 gibt es in Zukunft keine Direktverbindungen mehr aus dem Jagsttal und von zahlreichen Orten entlang der Frankenbahn von und nach Stuttgart, was für viele Pendler*innen die Mobilität deutlich einschränkt.

Arverio Zug Mireo RE 8 Neckarsulm Mitte
Der RE 8 von Arverio, auf dem derzeit Züge vom Typ Siemens Mireo aus der Transfer-Flotte des Landes zum Einsatz kommen, wird künftig die einzige durchgehende Verbindung auf der Frankenbahn von nördlich Heilbronn in Richtung Stuttgart sein. ©SCRITTI

Durch den Wegfall der durchgehenden MEX 18-Züge wird es ab Dezember 2026 auch keine Direktverbindungen mehr zwischen Orten südlich von Heilbronn und Orten nördlich von Heilbronn geben, also etwa von Lauffen zu Audi in Neckarsulm oder von Kirchheim nach Bad Friedrichshall Hbf. Die einzige durchgehende Verbindung auf der Frankenbahn wird nur noch der RE 8 Stuttgart – Heilbronn – Würzburg sein, der aber zwischen Bietigheim-Bissingen und Heilbronn nicht hält.

„Das neue Konzept für den Verkehr auf der Frankenbahn ist unnötig und bringt der Region Heilbronn-Franken erneut nur Nachteile. Heilbronn und Nordwürttemberg werden ein weiteres Mal vom Land abgehängt, um im Gegenzug die verspätungsanfällige Verbindung Stuttgart – Tübingen zu stabilisieren.“

VCD-Vorstand Hans-Martin Sauter

Für den VCD ist das Argument zur Stabilisierung des Fahrplans nur bedingt nachvollziehbar, da die meisten Probleme auf der Linie erst mit der Durchbindung der Züge von Heilbronn über Stuttgart hinaus bis Tübingen entstanden sind und auch in diesem Abschnitt wegen des Mischverkehrs mit dem Fernverkehr die meisten Verspätungen entstehen. „Die heutigen Probleme gab es meist nicht, als MEX 12 und MEX 18 noch in Stuttgart Hbf endeten und starteten“, stellt Hans-Martin Sauter fest. Erneut würden „Lösungen“ für ein Problem präsentiert, das durch die Verkehrspolitik des Landes erst geschaffen wurde.

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