Weiterhin Ersatzzüge für Abellio ab Fahrplanwechsel

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Auf die modernen Triebwagen vom Typ Bombardier Talent, wie sie teils zwischen Stuttgart und Pforzheim rollen, müssen Fahrgäste auf der Frankenbahn noch etwas warten, da der Betreiber Abellio immer noch nicht genügend Fahrzeuge vom Hersteller bekommen hat. ©SCRITTI

Bei einer Veranstaltung des Landesverkehrsministeriums mit den neuen Betreibern auf der Frankenbahn Abellio und Go-Ahead in Heilbronn am 21. November 2019 gibt es weitere Informationen über das Bahnangebot ab 15. Dezember 2019. Wie die Heilbronner Stimme berichtet, will Go-Ahead den ab Dezember stündlichen RegionalExpress 8 Stuttgart – Heilbronn – Würzburg nun doch mit eigenen Zügen vom Typ Stadler FLIRT bedienen: Das ursprünglich geplante Ersatzkonzept sei vom Tisch, sagte Go-Ahead-Geschäftsführer Hans-Peter Sienknecht. Einige neue Fahrzeuge seien früher geliefert worden als erwartet, begründete Sienknecht die abermalige Kehrtwende. Man habe aber auch Vertrauen, dass Kinderkrankheiten der Züge abgestellt seien. Technische Pannen plagten seit Juni den Betrieb auf anderen Go-Ahead-Strecken. Abellio, der zweite neue Frankenbahn-Betreiber, hat derweil noch massiver Probleme mit seinem Lieferanten Bombardier. Der Konzern liefert im nächsten Schritt nur sechs von 20 Zügen. Abellio fährt wie bereits angekündigt ein Ersatzkonzept – und das nicht nur bis März, sondern voraussichtlich sogar bis Juni 2020. Auf der Strecke der Regionalbahn 10 bedient die Deutsche Bahn weiter die Strecke Stuttgart – Heilbronn mit Doppelstockzügen. Abellio fährt den stündlichen RegionalExpress Heilbronn – Mannheim abwechselnd über Sinsheim oder Neckarelz mit eigenen Fahrzeugen. Für die Verbindung Stuttgart-Heilbronn – Osterburken (Regionalbahn 18) leiht sich Abellio für die Übergangsphase Züge der DB-Baureihen 425 und 426, wie sie etwa auf der S-Bahn-Strecke zwischen Eppingen und Heidelberg unterwegs sind, heißt es in der Heilbronner Stimme. Das Land kritisiert den Fahrzeughersteller Bombardier heftig für dessen Unzuverlässigkeit. Bei der Veranstaltung machten die Verantwortlichen deutlich, dass sie die Kritik des VCD und der Initiative 780 Frankenbahn am Fahrplankonzept ernst nehmen. Allerdings könnten Verbesserungen nicht kurzfristig umgesetzt werden. Der VCD kritisiert vor allem, dass der bisherige InterregioExpress am Morgen entfällt. Der bei Pendlern beliebte Zug hält zwischen Osterburken (ab 6:14 Uhr) und Heilbronn (an 7:10 Uhr) an fast allen Stationen und fährt dann ohne Halt schnell bis Stuttgart durch. Künftig fährt in dieser Fahrplanlage ein RE von Go-Ahead ab Lauda (ab 6:02 Uhr) ohne die Halte im Jagsttal. Diese übernimmt eine RB, die in Bad Friedrichshall endet. Außerdem hält nach den aktuellen Fahrplanentwürfen nur ein einziger Zug aus dem Jagsttal morgens in Neckarsulm Nord beim Audi-Werk. Rückfahrten gibt es keine. mgr

 

 

VCD-Verkehrskonzept mit weiteren Details zu MEX und S43 bis ins Zabergäu

Der VCD hat zwischenzeitlich das Konzept für den MetropolExpress (MEX) und eine bessere Anbindung von Heilbronn im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf der Nord-Süd-Achse weiter konkretisiert. Dieses Konzept eröffnet weitere, sehr positive Möglichkeiten für SPNV-Verbesserungen in der Region. Die aktuelle Version findet sich hier zum Download als pdf. Ergänzt wurde:

Linie Würzburg – Osterburken – Heidelberg: Mit Anschluss von/zum IRE Stuttgart – Würzburg zur Minute :30 können zwischen Osterburken und Mosbach-Neckarelz wieder schnelle Züge verkehren mit Anschluss von/zum MEX in Neckarelz zur Minute :00. Dies kann z.B. durch Kuppeln oder Flügeln geschehen. Die Gesamtreisezeit zwischen Würzburg und Heidelberg würde sich auf 120 Minuten verkürzen und wäre damit schneller als heutige Fernverkehrsverbindungen mit Umsteigen über Aschaffenburg oder Frankfurt/M.

Dass es zwischen Osterburken und Heidelberg weiterhin nur langsame S-Bahn-Verbindungen geben soll, wird von vielen Seiten heftig kritisiert und trägt nicht wirklich zur Attraktivität des SPNV bei. Auch als VCD sehen wir hier Handlungsbedarf, vor allem für viele Pendler in den Rhein-Neckar-Raum. Die S-Bahn Rhein-Neckar könnte weiterhin nach dem schnellen RE/MEX fahren oder um eine halbe Stunde versetzt durch Verlängerung der heute in Mosbach endenden Bahnen.

S43 Osterburken – Heilbronn – Lauffen Süd: Diese S-Bahn-Linie mit Vollbahnfahrzeugen könnte sofort eingerichtet werden, idealerweise bis zu einem neu zu schaffenden Haltepunkt Lauffen-Süd am Abzweig der Strecke der Zabergäubahn. Damit würde sich auch die ÖV-Situation südlich von Heilbronn verbessern, wo es derzeit nur einen Halbstundentakt gibt. Zudem ist es für Fahrgäste südlich von Heilbronn derzeit nicht möglich, die großen Arbeitgeber in Neckarsulm (Audi, Schwarz-Gruppe) direkt und schnell per Bahn zu erreichen. Mit der S43 wäre dies künftig möglich ohne zeitraubenden Umweg durch die Heilbronner Innenstadt. In der aktuellen Planung des Landes gibt es zudem KEINE funktionierenden Anschlüsse vom MEX weiter mit der S42 in Richtung Bad Rappenau/Sinsheim. Bei einer späteren Reaktivierung der Zabergäubahn könnte diese etwa mit elektrischen Triebzügen mit zusätzlichem Batterieantrieb in die S43 integriert werden.

2019-VCD-HN-Nord-MEX+Z+O

Das VCD-Konzept für die Frankenbahn: Beide MEX-Linien sollten halbstündlich in den Rhein-Neckar-Raum führen, eine neue S-Bahnlinie 43 sollte Osterburken mit Lauffen und dem Zabergäu verbinden

Alle weiterführenden Infos zu diesem Konzept für die Frankenbahn finden sich im entsprechenden Post in diesem Weblog.

Schieneninfrastruktur auf der Frankenbahn soll besser werden

Die Schieneninfrastruktur auf der Frankenbahn von Osterburken bis Würzburg soll verbessert werden. Hierfür setzen sich das Land, der Main-Tauber-Kreis und der Neckar-Odenwald-Kreis ein. Bis zum Jahresende soll für die Finanzierung der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen eine Lösung gefunden werden. Das gab das Verkehrsministerium Baden-Württemberg heute nach Abschluss der Frankenbahn-Konferenz in Lauda-Königshofen bekannt.

„Das Land misst der Frankenbahn eine große Bedeutung zu. Wir sind bereit, unseren Anteil zu einer Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs zu leisten. In den vergangenen Jahren haben uns da leider viel zu oft die großen Qualitätsmängel der Deutschen Bahn im Regionalverkehr beschäftigt“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. Er fügte hinzu: „Nun heißt es: Zukünftig besser machen!“ An der Frankenbahnkonferenz nahmen die Landräte Reinhard Frank (Main-Tauber), Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald) und Detlef Piepenburg (Heilbronn) als Sprecher für die Region Heilbronn – Franken, Bürgermeister sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus der Region teil. Dem politischen Spitzengespräch waren Forderungen aus der Region, zuletzt ein gemeinsames Positionspapier sowie Resolutionen der Kreistage des Main-Tauber-Kreises und des Neckar-Odenwald-Kreises vorausgegangen. Die Landkreise, Städte und Gemeinden forderten insbesondere ein Ende der Verspätungen und Zugausfälle auf der Frankenbahn, die Modernisierung der Stationen, eine regelmäßige Bedienung mit Regionalbahnen auch auf dem Streckenabschnitt zwischen Lauda und Osterburken sowie die Beseitigung des Engpasses durch Eingleisigkeit auf dem Streckenabschnitt zwischen Züttlingen und Möckmühl. Nach übereinstimmender Meinung aller Konferenzteilnehmer sollten im Hinblick auf mehr betriebliche Flexibilität auf der Frankenbahn den bereits in den letzten Jahren realisierten oder noch in Umsetzung befindlichen Infrastrukturmaßnahmen weitere Ausbaumaßnahmen folgen.

Bau des zweiten Gleises zwischen Möckmühl und Züttlingen sehr wichtig

Besonders im Fokus steht dabei nach Einschätzung des Landesverkehrsministeriums die Herstellung der Zweigleisigkeit zwischen Möckmühl und Züttlingen, damit die Strecke wieder durchgängig zweigleisig befahren werden kann. Weitere Infrastrukturergänzungen und der Ausbau der Bahnhöfe müssten zudem erfolgen. Verkehrsminister Hermann und Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn AG, sind sich einig: „Konkrete Überlegungen dazu sollten zeitnah in Angriff genommen werden, um die Qualität auf der Frankenbahn zu steigern.

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Mehr Regionalbahnen zwischen Osterburken und Lauda

Das Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg prüft derzeit, ob in Lauda endende Regionalbahnen (RB) aus Würzburg werktags regelmäßig bis Osterburken verlängert werden und die Haltepunkte dazwischen wieder bedient werden können.

Am ersten Juli-Wochenende gab es eine eindrucksvolle Demonstration der Bürgerinnen und Bürger für ein besseres Bahnangebot auf der Frankenbahn. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet, kamen rund 1.500 Teilnehmer zu einer Demonstrationsfahrt mit einem Sonderzug und zu Kundgebungen auf den Bahnhöfen: „Steig ein, zeig Flagge“, hatten die Landräte Dr. Achim Brötel und Reinhard Frank (Main-Tauber) und die Initiative „Frankenbahn für alle“ an die Bevölkerung appelliert und aufgerufen, ein Zeichen zu setzen, um den Kernforderungen Nachdruck zu verleihen. Diese lauten: Regelmäßige Regionalbahnverkehre zwischen Osterburken und Lauda, Ausbau der Bahninfrastruktur, Sanierung der Haltepunkte und bessere Vertaktung.

Hintergrund ist der Umstand, dass die vier Haltepunkte zwischen Osterburken und Lauda nur noch von einzelnen Zügen morgens und abends bedient werden und der RegionalExpress Stuttgart – Heilbronn – Würzburg an den Stationen durchfährt. Auch mit der Übernahme dieser Verkehre durch Go-Ahead im Dezember 2019 sind bislang keine Verbesserungen geplant sind, obwohl das Angebotskonzept des Landes Baden-Württemberg eigentlich an jedem Haltepunkt im Land mindestens einen stündlichen Zug vorsieht.

„Achim Brötel, Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, hat eine richtige Ruck-Rede gehalten“, lobt Oliver Rossmüller vom VCD Main-Tauber. Selbst langjährige Landtagsabgeordnete und Auto-Lobbyisten würden mittlerweile ins gleiche Horn stoßen und Verbesserungen auf der Frankenbahn fordern, freut sich Rossmüller. „Man fragt sich schon, warum dann nicht schon vor Jahren für Pendler ein brauchbares Angebot auf die Schiene gebracht wurde.“ Weiterlesen

Erste Bilanz: Frankenbahn bleibt weiter Sorgenkind bei Pünktlichkeit

In einer aktuellen Pressemitteilung zieht das Verkehrsministerium Baden-Württemberg eine erste Bilanz des „Aktionsplans Schienenverkehr“, nachdem es seit einem Jahr zu Zugausfällen und Verspätungen im Verantwortungsbereich der Deutschen Bahn (DB) Regio kam. „Seit der Vorstellung des 10-Punkte-Plans im Juli 2017 haben wir uns auch auf den kritischen Linien wie Filstal-, Bodenseegürtel- und Remsbahn spürbar verbessert, was die Themen Pünktlichkeit, Qualität und Zugausfälle angeht“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. Die Kooperation mit der Deutschen Bahn sei auf allen Ebenen konstruktiv und lösungsorientiert. Die Frankenbahn von Stuttgart über Heilbronn nach Würzburg zeige aber auch die noch offenen Baustellen. Die Pünktlichkeit konnte bisher nicht deutlich gesteigert werden und sei im Vergleich sogar schlechter als auf der als überlastet gekennzeichneten Rheintalbahn.

Woran liegt es also? „Die Probleme auf der Frankenbahn resultieren aus der Einbindung der Züge in die Knoten Würzburg und Stuttgart mit viel Fern- und Güterverkehr. Sowie aus der Eingleisigkeit zwischen Züttlingen und Möckmühl und der hohen Streckenauslastung zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage. Dass die Probleme teils vom Land selbst durch das Fahrplankonzept im Nahverkehr verursacht werden, weist die Sprecherin zurück. „Das Fahrplankonzept ist mit den Knoteneinbindungen seit Jahren gewachsen und durch DB Netz korrekt trassiert. Von Seiten des Infrastrukturbetreibers und des Verkehrsunternehmens DB sind uns keine Beschwerden bekannt, dass das vom Land gewählte Fahrplankonzept die Verspätungen begünstigt.“

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Westfrankenbahn fährt weiter bis Ende 2031 – keine Innovationen in Sicht

Westfrankenbahn Desiro Weinsberg

Desiro der Westfrankenbahn in Weinsberg ©SCRITTI

Die DB RegioNetz Verkehrs GmbH, die Muttergesellschaft der Westfrankenbahn, hat nach Angaben des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg jetzt den rechtskräftigen Zuschlag für den Betrieb des SPNV-Netzes 11 „Hohenlohe-Franken-Untermain“ erhalten. Ab Ende 2019 soll der Stundentakt zwischen Heilbronn und Schwäbisch hall kommen. Dies werden dann die letzten von der DB erbrachten SPNV-Leistungen in der Region Heilbronn sein. Der VCD kritisiert den weiteren Einsatz von gebrauchten Dieselfahrzeugen unter elektrischer Oberleitung.
Einsprüche von unterlegenen Bietern innerhalb der Einspruchsfrist seien nicht eingegangen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Das SPNV-Netz 11 umfasst die Strecken:
Aschaffenburg Hbf – Miltenberg – Wertheim – Lauda – Crailsheim; Crailsheim – Schwäbisch Hall-Hessental – Öhringen Hbf – Heilbronn Hbf (Hohenlohebahn); Miltenberg – Walldürn – Seckach (Einzelleistungen bis Osterburken). Einzelne Züge werden auch auf der Frankenbahn zwischen Osterburken und Lauda und von Würzburg Hbf über Lauda nach Bad Mergentheim unterwegs sein.
BaWü SPNV-Netz 11

BaWü SPNV-Netz 11

Es sollen modernisierte Gebrauchtfahrzeuge vom Typ Siemens Desiro (BR 642) fahren wie sie die DB bereits seit 1999 im Einsatz hat und die zeitweise auch auf der Hohenlohebahn verkehrten. Die Fahrzeuge sollen ein Redesign unter anderem mit Klimaanlage und kostenfreiem WLAN erhalten. Der Verkehrsvertrag läuft über 12 Jahre und endet im Dezember 2031. Die Fahrzeuge werden dann bereits gut 30 Jahre „auf dem Buckel“ haben. Der Leistungsumfang beträgt voraussichtlich rund 3,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr, davon rund 1,11 Millionen Zugkilometer pro Jahr in Bayern. Der bisherige Preis von 11,70 Euro pro Zugkilometer wird nach Angaben von Landesverkehrsminister Winfried Hermann lediglich um einen Euro auf 10,70 Euro sinken. Das ist erstaunlich wenig im Vergleich zu den Stuttgarter Netzen, wo sich der Preis durch die SPNV-Ausschreibungen mit Neufahrzeugen auf rund 6 Euro nahezu halbiert hat. Daher wird auf den baden-württembergischen Streckenabschnitten im Netz 11 das Verkehrsangebot gegenüber heute auch nur um etwa 10 Prozent ausgeweitet. Wichtigste Neuerung sind künftig wochentags tagsüber der durchgehende Stundentakt zwischen Wertheim und Crailsheim sowie auf der Hohenlohebahn zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall–Hessental, wo der schnelle RegionalExpress bislang nur zweistündlich verkehrt.
Bimodaler FLIRT UK für East-Anglia

Bimodale FLIRT-Triebwagen von Stadler könnten von Crailsheim bis ins Zabergäu fahren

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD bedauert, dass die Ausschreibung nicht zur Umsetzung von Innovationen und modernen Fahrzeugkonzepten genutzt wurde. Da die Strecke Crailsheim – Schwäbisch Hall – Heilbronn mit rund 88 Kilometer Länge bis auf die Lücke zwischen Öhringen und Schwäbisch Hall durchgehend elektrifiziert ist, hält der VCD den langfristigen Einsatz von Dieselfahrzeugen aus klimapolitischen Gründen hier für problematisch. Dies gilt auch für Fahrten zwischen Würzburg und Lauda. Der VCD hat mehrfach vorgeschlagen, auf der Hohenlohebahn moderne Hybrid-Fahrzeuge mit kombiniertem Elektro-Diesel-Antrieb einzusetzen. Mit solchen bimodalen Zügen könnte dann auch von Heilbronn Hbf direkt weiter ins Zabergäu gefahren und somit die Zabergäubahn als moderne Stadtbahn Süd kostengünstig reaktiviert werden. (mgr)

Update: Die Heilbronner Stimme berichtet über Details zu den Fahrplan-Verbesserungen ab 2019. Zwischen Hessental, Öhringen und Heilbronn gilt der Stundentakt von Montag bis Freitag bis etwa 20 Uhr. Die Züge halten neu auch in Obersulm-Willsbach und werktags in Wackershofen. Gegen 22 Uhr ist eine zusätzliche Fahrt ab/bis Heilbronn im Plan. Von Hessental bis Öhringen gilt der Stundentakt bis nach 22 Uhr. Letzte Abfahrt ab Hessental ist um 22.03 Uhr statt 21.06 Uhr, letzte Abfahrten ab Öhringen statt heute 22.04 Uhr neu um 22.27 Uhr (mit Anschluss von Heilbronn, ab 22.06 Uhr) und 23.58 Uhr (Anschluss von Heilbronn, ab 23.15 Uhr).

150 Jahre Frankenbahn: Ein etwas trauriges Jubiläum

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, feiert die Frankenbahn in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Genauer gesagt jener Abschnitt der Odenwaldbahn zwischen Osterburken, Lauda und Würzburg. Die Mainpost widmet sich dem Thema in einem Artikel „150 Jahre Frankenbahn“ und stellt fest: „Keine andere Bahnstrecke in unserer Region büßte in ihrer Geschichte so viele Bahnstationen ein wie die heutige Frankenbahn.“ Genau vor 150 Jahren, am 1. November 1866, wurde die Badische Odenwaldbahn mit dem Teilabschnitt Osterburken-Lauda-Würzburg feierlich eröffnet. Zum stolzen Jubiläum gibt es leider keinen Festakt. In Boxberg, Wittighausen, Königshofen und Zimmern aber gab es in diesem Jahr Ausstellungen, die an die einst hoch frequentierte Bahnstrecke mit ihren Bahn- und Güterstationen erinnerten. Laut Wikipedia entstand die Frankenbahn aus historischer Sicht im Wesentlichen aus drei unterschiedlichen Strecken: Der Abschnitt zwischen Stuttgart und Heilbronn wurde als Teil der württembergischen Zentralbahn bzw. der Nordbahn bereits zwischen 1844 und 1848 erbaut. Baden erbaute zwischen 1862 und 1866 seine Odenwaldbahn von Heidelberg über Mosbach und Osterburken nach Würzburg. Aufgrund eines zwischen Baden und Württemberg 1864 geschlossenen Staatsvertrags wurde eine Verbindung zwischen den beiden Bahnen hergestellt, die als „Untere Jagstbahn“ bezeichnet wurde. Diese wurde durch Württemberg erbaut, führte von Heilbronn über Jagstfeld nach Osterburken und wurde zwischen 1866 und 1869 eröffnet. Ab den 1960er Jahren blieb auch die Frankenbahn von den bundesweiten Rationalisierungsmaßnahmen der Bundesbahn nicht verschont. Viele Stationen wurden stillgelegt oder zu unbesetzten Haltestationen wie zuletzt der Bahnhof Lauda. Nach der Bahnreform in den 1990er Jahren wurde weiter zurück- und abgebaut, so dass es heute kaum mehr Ausweich- oder Überholgleise gibt und wenige Züge über lange Abschnitte die gesamte Strecke blockieren. Noch bis 1962 wurde die komplette Bahnstrecke von Heidelberg bis nach Würzburg als Badische Odenwaldbahn befahren. Heute gibt es keine durchgehenden Verbindungen mehr in dieser Relation, auch keine schnellen Anschlüsse von Osterburken nach Heidelberg, obwohl diese für viele Pendler und Fahrgäste nach wie vor sinnvoll wären. Vom Elend vieler Bahnstationen ganz zu schweigen. (mgr)

Änderungen zum Fahrplanwechsel auf der Frankenbahn

In einer aktuellen Pressemitteilung erläutert die Deutsche Bahn die Änderungen zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 in Baden-Württemberg im Detail. Größte landesweite Änderung ist die Verschiebung der Taktlage der IC-Verbindung Stuttgart – Singen – Zürich um 30 Minuten, was auf dieser Relation auch den gesamten Nahverkehr tangiert. Zur Frankenbahn (KBS 780) Stuttgart–Heilbronn–Mosbach-Neckarelz / Osterburken–Würzburg heißt es unter anderem:
– Die RB 19141 Neckarsulm (18.20 Uhr)–Stuttgart (19.15 Uhr) hält montags bis freitags zusätzlich in Heilbronn Sülmertor (ab 18.23 Uhr), damit ergeben sich für viele Studierende zeitnahe Fahrtmöglichkeiten in Richtung Stuttgart.
– Der RE 4920 Stuttgart–Heilbronn (neu an 5.35/ab 5.36 Uhr)–Würzburg (an 7.24 Uhr) startet zwei Minuten früher in Stuttgart (um 4.50 Uhr) und hält an Montagen bis Freitagen zusätzlich in Neckarsulm Nord. Dies ermöglicht vielen Audi-Mitarbeitern aus Richtung Bietigheim-Bissingen eine weitere attraktive Fahrtmöglichkeit ohne Umstieg.
Weitere Änderungen gibt es im Bereich Frankenbahn und Tauberbahn (KBS 780/782) Würzburg/Wertheim–Lauda–Bad Mergentheim–Crailsheim.

DB erpresst Kommunen an der Frankenbahn

Möckmühl-Bhf

Möckmühl-Bhf, © vergessene-bahnen.de

Nicht nur, dass die Deutsche Bahn (DB) vom Land Baden-Württemberg mit einer weiteren Direktvergabe auf der Frankenbahn einseitig und zulasten des Steuerzahlers begünstigt werden soll – namhafte Rechtsexperten halten Direktvergaben nach dem jüngsten BGH-Urteil für illegal –, nun dürfen auch noch die Kommunen entlang der Frankenbahn bluten. Im Rahmen der Streckensanierung stehen auch Umbauten der Bahnhöfe in Züttlingen, Möckmühl und Osterburken an. Wie üblich verlangt die DB hierbei eine Beteiligung an den Kosten durch die Kommunen. Allein auf Möckmühl werden schätzungsweise insgesamt 1,2 Millionen Euro zukommen. Und das für einen Bahnhof, der der Stadt weder gehört noch dass sie in irgendeiner Weise an den Stationsgebühren beteiligt wird, die die DB für jeden haltenden Zug kassiert. So wie es aussieht, zahlt die DB wieder mal keinen Cent aus der eigenen Kasse. Und das Landratsamt Heilbronn macht sich wieder einmal zum Erfüllungsgehilfen dieser dreisten Erpressung. In der Heilbronner Stimme heißt es: Rund 70 Prozent sollen durch Mittel aus dem Entflechtungsgesetz bezahlt werden. Für die restlichen „30 Prozent und die Planungskosten“ werden die Kommunen in die Pflicht genommen, erklärt Claus-Jürgen Renelt, Baudezernent im Landratsamt Heilbronn. Noch haben beide Gemeinderäte über die Kostenbeteiligung nicht entschieden, doch die Alternative ist denkbar einfach: „Wenn sie sich weigern, wird nichts passieren“, macht Renelt klar.

Landrat Brötel will Stadtbahn im Jagsttal

Im Gegensatz zu den Bedenkenträgern im Landratsamt Heilbronn hat Landrat Dr. Achim Brötel vom Nachbarlandkreis die Zeichen der Zeit erkannt und fordert einen S-Bahnverkehr auf der Frankenbahn bis Osterburken. „Aus dem Dreieck eine runde Sache machen“ – schreibt Landrat Dr. Achim Brötel vom Neckar-Odenwald-Kreis an seinen Kollegen in Heilbronn und will den Stadtbahngedanken im Dreieck zwischen Heilbronn, Osterburken und Mosbach durchaus weiterverfolgen. Brötel hält eine rund laufende Stadtbahn im Dreieck zwischen Bad Friedrichshall-Jagstfeld, Osterburken und Mosbach für sinnvoll. In einem Schreiben an seinen Heilbronner Landratskollegen Detlef Piepenburg weist Brötel darauf hin, dass die eine Seite des gedachten Dreiecks, nämlich die Strecke im Neckartal, ab 2012 ohnehin schon von der Stadtbahn genutzt werden soll.
Für den Streckenabschnitt zwischen Heilbronn und Osterburken müsse eigentlich auch der Landkreis Heilbronn Interesse an einem ergänzenden Stadtbahnverkehr haben, weil gerade dort zahlreiche über die Kreisgrenzen hinausgehende Pendlerbeziehungen im Berufs- und Schülerverkehr bestünden, die von einer rein auf den überregionalen Bahnverkehr ausgerichteten Planung keinen Nutzen hätten. „Wenn die Menschen nur den durchfahrenden Zügen nachschauen können, werden sie sicher nicht auf die Schiene umsteigen“, so Brötel. Natürlich gehe es auch darum, schnelle Verbindungen zwischen Heilbronn und dem ICE-Knoten Würzburg zu bekommen. Das eine zu tun bedeute aber keineswegs zwangsläufig, das andere zu lassen. Es gebe durchaus Beispiele genug, dass sich überregionale Verbindungen und Stadtbahnverkehre nicht zwingend gegenseitig im Weg stehen müssten, sondern sich sogar ausgesprochen sinnvoll ergänzen könnten.
(…)
„Für den Neckar-Odenwald-Kreis und den Landkreis Heilbronn wäre ein Stadtbahnverkehr im Rundlauf zwischen Jagstfeld, Osterburken und Mosbach eine geradezu historische Chance, um noch sehr viel enger zusammenrücken“. Die Möglichkeiten und Chancen einer solchen Verbindung müssten deshalb unbedingt näher ausgelotet werden – und das nicht erst 2016, sondern schon jetzt, so Brötel, der dabei auf die tatkräftige Unterstützung des Landkreises Heilbronn hofft.