Klimaschutz: Nebenbahnen haben große Zukunft

Anfang Juli 2020 lud der VCD-Landesverband Baden-Württemberg zu einer weiteren Exkursion zum Thema „Zukunft des öffentlichen Verkehrs“. Dieses Mal ging es zur sogenannten Räuberbahn auf der Schwäbischen Alb. Die Räuberbahn Altshausen – Schwackenreute ist ein kommunal verantwortetes Unternehmen der Stadt Pfullendorf und weiterer Anliegergemeinden. Die Kommunen hatten nach der erfolgreichen Reaktivierung die Strecke schließlich 2015 von der DB gekauft. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten investieren sie Zug um Zug in den weiteren Ausbau. Inzwischen gibt es regelmäßig Ausflugsverkehre am Wochenende von Aulendorf bis Pfullendorf sowie auch zunehmender Güterverkehr. Einen Bericht über die Exkursion gibt es auf der Seite vom VCD-Landesverband. Das Land Baden-Württemberg untersucht aktuell 41 stillgelegte Bahnstrecken auf ihr Potenzial für eine Reaktivierung. Darunter befinden sich auch die Zabergäubahn (Lauffen – Zaberfeld), Bottwartalbahn (Heilbronn – Marbach) und Kochertalbahn (Waldenburg – Künzelsau). Auch die Krebsbachtalbahn (Neckarbischofsheim – Hüffenhardt) sollte eine rund zwei Kilometer lange Verbindung zum Heilbronner Stadtbahnnetz in Bad Rappenau erhalten. Der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe hat bei verschiedenen Veranstaltungen auf die Bedeutung der Reaktivierung von Bahnstrecken für die Verkehrswende und den Klimaschutz hingewiesen.

Noch wächst Gras über die Bahngleise bei Althengstett. Doch die Arbeiten zur Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw sind in vollem Gang. ©SCRITTI

Positive Beispiele für die Reaktivierung von Bahnstrecken gibt es einige im Südwesten, sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz. Im Großraum Stuttgart sind das etwa die Schönbuchbahn (Böblingen – Dettenhausen), die inzwischen wegen der großen Nachfrage sogar elektrifiziert wurde und längere Züge erhalten wird, oder die Wieslauftalbahn (Schorndorf – Rudersberg), auf der wahrscheinlich bald mit Wasserstoff angetriebene Züge zum Einsatz kommen sollen. Beide Strecken gingen in kommunales Eigentum über und werden auch kommunal von Zweckverbänden erfolgreich betrieben. Auch eine Folge der Fernsehserie Eisenbahnromantik vom März 2020 beschäftigt sich mit der Zukunft stillgelegter Bahnstrecken. Darin geht es auch um die positiven Beispiele Räuberbahn und Krebsbachtalbahn.

In dieser Folge von Eisenbahnromantik geht es um die erfolgreiche Reaktivierung von Bahnstrecken und positive Beispiele im Südwesten wie Räuberbahn und Krebsbachtalbahn.

Region fordert dauerhafte ICE-Verbindung über die Frankenbahn nach Berlin

In einer aktuellen Pressemitteilung richten Politiker aus der Region Heilbronn-Franken einen Appell an die Deutsche Bahn (DB) zum Erhalt der attraktiven, direkten ICE-Verbindung über die Frankenbahn nach Berlin über den 25. September 2020 hinaus. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe begrüßt das Engagement und schlägt vor, den ICE künftig bei gleicher Fahrzeit von Würzburg über Erfurt und Halle/Leipzig zu führen statt ohne Halt über die Schnellfahrstrecke via Kassel. Dadurch würden weitere attraktive Reiseziele für Fahrgäste aus Stuttgart oder Heilbronn auf direktem Weg erschlossen. Die Gesamtreisezeit Heilbronn – Berlin von unter fünfeinhalb Stunden wäre weiterhin konkurrenzlos schnell. Zudem könnten in weniger als dreieinhalb Stunden Erfurt oder in rund vier Stunden Leipzig ohne Umsteigen aus Heilbronn erreicht werden. Auf diese Weise würde zusätzliches Fahrgastpotenzial erschlossen und die Verbindung auch für den Großraum Stuttgart noch attraktiver, ist sich der VCD sicher.

Einmal am Tag verkehrt von April bis Ende September 2020 ein ICE-Sprinter über die Frankenbahn morgens von Stuttgart nach Berlin und abends wieder zurück mit Halt in Heilbronn. Hier bei der Durchfahrt in Osterburken im Juni 2020. ©SCRITTI
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Entschädigung für Bahnpendler kann nun beantragt werden

Auch Inhaber von Dauerkarten auf der Bahnstrecke zwischen Aalen und Crailsheim (Jagsttalbahn) erhalten jetzt eine Entschädigung für Schlechtleistungen im Bahnverkehr, wie das Landesverkehrsministerium mitteilt. Auf diesem Streckenabschnitt wurden bei Betriebsbeginn von Go-Ahead im Juni 2019 die Leistungen noch per Bus als Schienenersatzverkehr erbracht. Stammkunden im regionalen Schienenverkehr in Baden-Württemberg können für jetzt insgesamt elf Strecken den Antrag auf eine einmalige Entschädigung für einen Monatsbeitrag stellen, und zwar hier. Dazu gehört auch die Frankenbahn zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg. Entschädigt werden Fahrgäste, die von Schlechtleistungen im regionalen Bahnverkehr zwischen Juli 2019 und Januar 2020 betroffen waren und eine Monats- oder Jahreskarte, ein Abonnement, eine Zeitkarte des DB-Fernverkehrs oder eine Bahncard 100 besaßen. Der VCD begrüßt die Entschädigungsregelung, wünscht sich aber eine langfristige, automatisierte Lösung nach dem Vorbild Österreichs.

Das Verkehrsministerium des Landes hat mit nachvollziehbaren Kriterien die Strecken identifiziert. Die Entschädigung kann über wenige Eingaben auf einem Internet-Formular beantragt werden. Der VCD setzt sich seit 2017 für eine Entschädigungsregelung für Pendler nach Österreichischem Vorbild ein. Dort erhalten Pendler automatisch eine Erstattung, wenn die Verkehrsunternehmen die vereinbarten Pünktlichkeitswerte nicht einhalten. Das fordern wir auch dauerhaft für Baden-Württemberg.

Matthias Lieb, VCD-Landesvorsitzender

Den Antrag auf Rückzahlung eines Monatsbeitrages können die Kundinnen und Kunden über die bwegt-Webseite des Landes stellen. Bwegt nutzt für die Abwicklung der Zahlungen und für die Kundenkommunikation die Dienstleister DB Regio und DB Dialog. Fahrgäste, die bereits einen Entschädigungsantrag gestellt haben, der auch die Strecke Aalen-Crailsheim betrifft, müssen keinen neuen Antrag stellen. Der Entschädigungsbetrag wird, wenn der Antrag korrekt gestellt wurde, direkt überwiesen. Auf der bwegt-Webseite werden alle Fragen zur Entschädigung über FAQs beantwortet, eine telefonische Kundenhotline steht darüber hinaus für weitere Fragen zur Verfügung. (pm/mgr)

Kleiner Fahrplanwechsel: Kommen die Schrottzüge auf die Frankenbahn zurück?

Wenn zum kleinen Fahrplanwechsel am Sonntag, den 14. Juni 2020 das neue Verkehrsangebot von Abellio Baden-Württemberg auf der Neckar-Alb-Bahn Stuttgart – Tübingen startet, hat dies auch Auswirkungen auf die Frankenbahn. Zwischen Heilbronn, Stuttgart und Tübingen werden künftig teilweise wieder Züge mit unklimatisierten Silberlingen und alten DoStos verkehren, da weiterhin Ersatzfahrzeuge notwendig sind. Abellio übernimmt am 14. Juni 2020 nach gewonnener Ausschreibung einen wesentlichen Teil der bisher zwischen Stuttgart und Tübingen von DB Regio erbrachten Verkehre und verknüpft diese gemäß Ausschreibung mit den beiden Linien in Richtung Heilbronn. Über die Änderungen informiert das Landesverkehrsministerium in einer ausführlichen Pressemitteilung.

Künftig werden die von Abellio betriebenen Züge zwischen Heilbronn und Tübingen durchgebunden. Dies betrifft die Linie RE10 von Mannheim über Heilbronn (an/ab zur vollen Stunde) nach Stuttgart sowie die RB 18 von Osterburken über Heilbronn (an/ab zur halben Stunde) nach Stuttgart. Die Linie RE10 ist derzeit in den Abschnitt Mannheim – Heilbronn (Talent-Triebwagen von Abellio) und Heilbronn – Stuttgart (Doppelstockzüge von DB Regio) aufgeteilt. Ab 14. Juni 2020 sollen die auf dem RE10 von DB Regio betriebenen modernen Doppelstockzüge durch Leihfahrzeuge anderer Unternehmen ersetzt werden, da vom Fahrzeughersteller Bombardier bisher immer noch nicht alle von Abellio bestellten Fahrzeuge des Typs Talent geliefert wurden.

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Land zeigt Go-Ahead die Rote Karte

Nach einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Landesverkehrsministerium laufen derzeit Gespräche zwischen dem Aufgabenträger Land Baden-Württemberg und dem aktuellen Betreiber des RE8 auf der Frankenbahn zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg Go-Ahead, um für einen Übergangszeitraum Go-Ahead zu entlasten und durch einen anderen Betreiber die Qualität des Verkehrsangebots dauerhaft sicherzustellen. Eine Kündigung des Verkehrsvertrages steht demnach nicht im Raum. Der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe begrüßt diesen Schritt: „Das Land hat endlich die Notbremse gezogen und präsentiert dem aktuellen Betreiber die Quittung für permanente Schlechtleistung“, sagt Hans-Martin Sauter, Vorstand im VCD-Regionalverband. „Das ewige Warten und Vertrösten auf einen reibungslosen Bahnbetrieb in der Zukunft muss endlich ein Ende haben.“ Obwohl seit Beginn der Corona-Krise auch beim RE8 der Betrieb ausgedünnt wurde und es kaum mehr Beschwerden gab, hat der neue Betreiber angeblich weiterhin Personalprobleme. Weiterlesen

Entschädigung für Pendler kommt

Das Land Baden-Württemberg hat nun eine konkrete Entschädigungsregelung für Pendler auf der Frankenbahn und anderen besonders von Verspätungen und Zugausfällen betroffenen Bahnlinien im Land bekannt gegeben. Stammkunden im regionalen Bahnverkehr von Baden-Württemberg erhalten laut Pressemitteilung aus dem Landesverkehrsministerium eine Wiedergutmachung für besonders schlechte Leistungen im Schienenpersonennahverkehr. Fahrgäste, die von Schlechtleistungen im regionalen Bahnverkehr zwischen Juli 2019 und Januar 2020 betroffen waren, sollen ab Juni 2020 eine Entschädigung erhalten. Die Antragsstellung soll digital über ein Kundenportal erfolgen. Geplant ist eine Entschädigung der Dauerkunden (Jahreskarteninhaber) in Höhe eines Monatskartentickets beziehungsweise einer Monatsrate für ein Abonnement für die betroffenen Streckenabschnitte. Das Land verhandelt derzeit mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) über die gemeinsame Finanzierung der Entschädigungen. Der Landesverband des ökologischen Verkehrsclub VCD begrüßt die neue Regelung. Seit 2016, als die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im Regionalverkehr stark abgesunken war, fordert der VCD, eine entsprechende Entschädigungsregelung für Inhaber von Monatskarten bei den Fahrgastrechten aufzunehmen: „Während es für Fernreisende mit Entschädigungszahlungen ab 60 Minuten Verspätung europaweit geregelte Mindestansprüche gibt, fehlen bislang für Pendler angemessene Regelungen bei länger andauernden Qualitätseinschränkungen durch Zugausfälle und Verspätungen“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Statt einer Einmalaktion für den Zeitraum von Juni 2019 bis Februar 2020 sollte nach VCD-Meinung dauerhaft eine an Qualitätskriterien orientierte Erstattungsregelung für Pendler in eine Fahrgastrechtecharta des Landes aufgenommen werden. (mgr)

Bürgerdialoge mit dem Verkehrsminister und den Bahnbetreibern

UPDATE: Beide Veranstaltungen wurden abgesagt! Grund dafür ist die steigende Zahl von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. „Der Bürgerdialog wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden“, bekräftigte Verkehrsminister Winfried Hermann und sagte: „Wir wissen, dass die Situation für Pendlerinnen und Pendler auf der Frankenbahn schwierig ist und wollen gerne Rede und Antwort stehen. Im Moment hat aber der Schutz vor Infektionen Vorrang.“ (pm)

Das Landesverkehrsministerium informiert in der Region Heilbronn über die aktuelle Situation auf der Frankenbahn und lädt zum Bürgerdialog mit Vertretern von Go-Ahead, Abellio und Verkehrsminister Winfried Hermann. Die Veranstaltung findet statt am: Mittwoch, den 11. März 2020 ab 19:30 Uhr in Neckarsulm in der Städtischen Musikschule in der Neuenstädter Straße 27, wenige Gehminuten vom ZOB Ballei (alle Buslinien). Nächst gelegene S-Bahn ist die Station Neckarsulm Mitte. Eine umfangreiche Beteiligung von Bürger*innen und Fahrgästen ist ausdrücklich erwünscht! Auf Initiative der Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen und Fabian Gramling lädt das Landesverkehrsministerium gemeinsam mit dem Landratsamt Heilbronn zu der Veranstaltung. Verkehrsminister Winfried Hermann MdL wird mit Max Kaiser, kaufmännischer Geschäftsleiter bei Go-Ahead und Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung von Abellio, Rede und Antwort stehen sowie ein offenes Ohr für Fragen, Anregungen und Kritik haben. Weiterlesen

Ersatzkonzept und Kürzungen sollen Fahrplan stabilisieren

Wie das Landesverkehrsministerium in einer aktuellen Pressemitteilung verkündet, gibt es in den kommenden Wochen Veränderungen für den Fahrplan der Frankenbahn, die für eine Stabilisierung des Verkehrs sorgen sollen. Im Rahmen eines Ersatzkonzeptes werden zusätzliche DB-Regio-Doppelstockzüge für Go-Ahead auf der Strecke Stuttgart – Heilbronn – Würzburg unterwegs sein, um den Fahrgästen rasche Verbesserungen zu bringen. Zudem ist im Zeitraum vom 7. März bis zum 9. April einen Monat lang an Wochenenden der planmäßige Ausfall von sechs Zugpaaren, sowie der Teilausfall eines Zuges vorgesehen. Den Hauptgrund für die betrieblichen Probleme bei Go-Ahead sieht Landesverkehrsminister Winfried Hermann vor allem im Fachkräftemangel: „Wir spüren hier die Auswirkungen des bundesweiten Lokführermangels. Wir kümmern uns darum, durch zusätzliche Züge die Situation zu entspannen. Nichtsdestotrotz möchte ich mich bei den Fahrgästen und der Region ausdrücklich entschuldigen. Zugausfälle in diesem Ausmaß sind nicht akzeptabel.“

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Vollkommen überfüllt: Am 19. Februar 2020 kommt in Bietigheim-Bissingen in der Hauptverkehrszeit um 17:30 Uhr aus Stuttgart lediglich ein vierteiliger Triebwagen von Go-Ahead. Der Zug ist bereits komplett überfüllt. ©SCRITTI

Das findet auch der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe. „Wir begrüßen, dass NVBW und Land endlich handeln, um den ständigen Zugausfällen auf der Frankenbahn entgegenzuwirken“, freut sich VCD-Vorstandsmitglied Hans-Martin Sauter. „Allerdings kann allein Personalmangel keine Entschuldigung dafür sein, dass Go-Ahead in der Hauptverkehrszeit auf der Frankenbahn teils nur vierteilige Fahrzeuge mit viel zu geringer Kapazität einsetzt, während auf der IRE-Linie Stuttgart – Karlsruhe Doppeltraktionen des gleichen Betreibers mit Neun- oder Zehn-Teilern verkehren.“

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Ausreichend Platz: Auf der IRE-Linie zwischen Karlsruhe und Stuttgart verkehren die Züge in Mehrfachtraktion, so dass in der Regel ein ausreichendes Platzangebot besteht. ©SCRITTI

Der VCD bedauert, dass die Region Heilbronn-Franken vom Land anscheinend wieder einmal vernachlässigt wird und wie so oft auf dem Abstellgleis landet. Es scheint, als hätten der Schienenpersonennahverkehr und die Nöte der Fahrgäste auch für die Politik vor Ort keine große Priorität.

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Weiterhin tägliche Zugausfälle

Es wird nicht besser mit dem Bahnverkehr auf der Frankenbahn. Tagtäglich berichten Fahrgäste hier im Weblog von Zugausfällen und können dies auch weiterhin tun. „Es gibt weder Zugverbindungen am Morgen von Würzburg nach Stuttgart noch am Abend von Stuttgart zurück nach Würzburg“, stellt Matthias Friedlein am Montag, den 27. Januar 2020 frustriert in seinem Kommentar fest: „RE8 ab Stuttgart, 15.42 Uhr – Totalausfall, RE8 ab Stuttgart, 19.07 Uhr – Totalausfall, RE8 ab Stuttgart, 20.12 Uhr – Totalausfall. Das bedeutet, knapp drei Stunden keine Verbindung von Stuttgart nach Würzburg“, ist Friedlein verärgert. Am Dienstag, den 28. Januar 2020 geht es genauso weiter: Die wichtigen Züge im Berufs- und Schülerverkehr von Osterburken in Richtung Heilbronn und Stuttgart ab 6:32 Uhr (RE19055) und ab 7:30 Uhr (RE 19057) fallen ebenso aus. Aktuell gegen 14 Uhr haben alle Züge zwischen Würzburg und Stuttgart wegen einer „technischen Störung an der Strecke“ Verspätungen von teils über 30 Minuten. Immerhin werden keine Zugausfälle auf der DB-Seite gemeldet.

Go-Ahead-Webseite

Selbstbewusst: „Eine Verbindung, auf die Sie zählen können“, heißt es auf der Webseite von Go-Ahead Baden-Württemberg.

Matthias Friedlein schreibt sarkastisch: „Könnte man diese Strecke nicht einfach ganz einstellen? Hier läuft – außer der gelegentlich verkehrenden RB18 von Abellio eh nicht mehr viel.“ Im Interview mit der Heilbronner Stimme stellt sich Gordon Lemke, Technischer Geschäftsleiter von Go-Ahead, der Kritik und beklagt selbst häufige Mängel an den Fahrzeugen vom Typ Stadler FLIRT, weshalb die bestellten Kapazitäten nicht ganz bedient werden könnten.

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Verkehrsminister setzt Go-Ahead unter Druck

Bei einer Momentaufnahme am Neckarsulmer Bahnhof am 13. Januar 2020 gegen 16:30 Uhr ergab sich folgendes Bild: 16:35 Uhr RB18 (Abellio) von Stuttgart nach Osterburken steht als pünktlich online im DB Navigator, fährt aber real 10 Minuten zu spät um 16:45 Uhr. Der aus einem ET425 gebildete Zug würde nun wieder (wie schon unzählige Male zuvor) den nachfolgenden RE8 nach Würzburg (ab 16:52 Uhr) ausbremsen. Dies ist an diesem Tag jedoch kein Problem, da RE8 um 16:52 Uhr nach Würzburg komplett ausfällt! Und auch RE8 eine Stunde später um 17:52 Uhr nach Würzburg fällt ebenso aus! Fast alle Stadtbahnen der Linien S41 / S42 haben sowohl von Heilbronn als auch in Richtung Heilbronn Verspätung, teils bis zu 10 Minuten. Es scheint, der Streckenabschnitt Neckarsulm – Bad Friedrichshall ist inzwischen an der Kapazitätsgrenze angelangt. In einer aktuellen Pressmitteilung hat Verkehrsminister Winfried Hermann nun von der Geschäftsführung von Go-Ahead Baden-Württemberg rasche Lösungen bei den Kapazitäts- und Qualitätsproblemen auf den neu betriebenen Strecken verlangt. Weiterlesen