VCD-Verkehrskonzept mit weiteren Details zu MEX und S43 bis ins Zabergäu

Der VCD hat zwischenzeitlich das Konzept für den MetropolExpress (MEX) und eine bessere Anbindung von Heilbronn im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf der Nord-Süd-Achse weiter konkretisiert. Dieses Konzept eröffnet weitere, sehr positive Möglichkeiten für SPNV-Verbesserungen in der Region. Die aktuelle Version findet sich hier zum Download als pdf. Ergänzt wurde:

Linie Würzburg – Osterburken – Heidelberg: Mit Anschluss von/zum IRE Stuttgart – Würzburg zur Minute :30 können zwischen Osterburken und Mosbach-Neckarelz wieder schnelle Züge verkehren mit Anschluss von/zum MEX in Neckarelz zur Minute :00. Dies kann z.B. durch Kuppeln oder Flügeln geschehen. Die Gesamtreisezeit zwischen Würzburg und Heidelberg würde sich auf 120 Minuten verkürzen und wäre damit schneller als heutige Fernverkehrsverbindungen mit Umsteigen über Aschaffenburg oder Frankfurt/M.

Dass es zwischen Osterburken und Heidelberg weiterhin nur langsame S-Bahn-Verbindungen geben soll, wird von vielen Seiten heftig kritisiert und trägt nicht wirklich zur Attraktivität des SPNV bei. Auch als VCD sehen wir hier Handlungsbedarf, vor allem für viele Pendler in den Rhein-Neckar-Raum. Die S-Bahn Rhein-Neckar könnte weiterhin nach dem schnellen RE/MEX fahren oder um eine halbe Stunde versetzt durch Verlängerung der heute in Mosbach endenden Bahnen.

S43 Osterburken – Heilbronn – Lauffen Süd: Diese S-Bahn-Linie mit Vollbahnfahrzeugen könnte sofort eingerichtet werden, idealerweise bis zu einem neu zu schaffenden Haltepunkt Lauffen-Süd am Abzweig der Strecke der Zabergäubahn. Damit würde sich auch die ÖV-Situation südlich von Heilbronn verbessern, wo es derzeit nur einen Halbstundentakt gibt. Zudem ist es für Fahrgäste südlich von Heilbronn derzeit nicht möglich, die großen Arbeitgeber in Neckarsulm (Audi, Schwarz-Gruppe) direkt und schnell per Bahn zu erreichen. Mit der S43 wäre dies künftig möglich ohne zeitraubenden Umweg durch die Heilbronner Innenstadt. In der aktuellen Planung des Landes gibt es zudem KEINE funktionierenden Anschlüsse vom MEX weiter mit der S42 in Richtung Bad Rappenau/Sinsheim. Bei einer späteren Reaktivierung der Zabergäubahn könnte diese etwa mit elektrischen Triebzügen mit zusätzlichem Batterieantrieb in die S43 integriert werden.

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Das VCD-Konzept für die Frankenbahn: Beide MEX-Linien sollten halbstündlich in den Rhein-Neckar-Raum führen, eine neue S-Bahnlinie 43 sollte Osterburken mit Lauffen und dem Zabergäu verbinden

Alle weiterführenden Infos zu diesem Konzept für die Frankenbahn finden sich im entsprechenden Post in diesem Weblog.

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DB Personal steuert Züge von Go-Ahead

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Am 4. Februar 2019 stand ein nagelneuer Triebzug vom Typ FLIRT von Go-Ahead im neuen BaWü-Design im Bahnhof Crailsheim ©SCRITTI

Gute Nachrichten für Fahrgäste auf der Frankenbahn: Wenn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 der neue Anbieter Go-Ahead die schnellen Züge zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg im Stundentakt übernimmt, sollen sowohl genügend neue Fahrzeuge vom Typ Stadler FLIRT als auch genügend Triebfahrzeugführer*innen zur Verfügung stehen. Die ganze Bahnbranche leidet aktuell extrem unter Personalmangel. Nach einer aktuellen Pressemitteilung des Landesverkehrsministeriums kooperieren Go-Ahead und der aktuelle Betreiber DB Regio beim Personal, um den Betriebsübergang ab Juni 2019 im Sinne der Fahrgäste möglichst reibungslos zu gestalten. Die Deutsche Bahn-Tochter überlässt Go-Ahead rund 30 Lokführer*innen. Zugleich werden neue Triebfahrzeugführer von Go-Ahead auf DB-Zügen geschult. Die Zusammenarbeit habe Vorbildcharakter heißt es: DB Regio und Go-Ahead hatten im Beisein des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Erst jüngst gab es Meldungen, dass die neuen Züge vom Typ Bombardier Talent 2 für die von Abellio betriebenen Strecken nicht rechtzeitig im Juni 2019 zur Verfügung stehen, da der Hersteller für die weiterentwickelten Fahrzeuge mit neuer Software noch keine Zulassung habe. Go-Ahead meldet in einer aktuellen Pressemitteilung zudem, dass die Lehrgänge für Quereinsteiger zur Qualifizierung als Triebfahrzeugführer*in auf große Nachfrage stoßen und es mehr Anmeldungen als Ausbildungsplätze gibt.

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22 Stunden im Jahr Warten auf die Frankenbahn

Die Heilbronner Stimme berichtet aktuell über einen 42-jährigen Heilbronner, der akribisch die Abfahrtzeiten seiner Züge nach Stuttgart und zurück notiert. Fazit: Im Jahr 2018 hat er 22 Stunden am Gleis gewartet, obwohl er Verspätungen der Züge von DB Regio erst bei mehr als fünf Minuten notiert. Für Michael Specht ist das nervend und frustrierend. Im Jahr 2017 kam er sogar auf 27 Stunden Verspätung, also umgerechnet gut drei Arbeitstage, heißt es in dem Bericht. Was dem Heilbronner auffiel: 2018 sei der meistgenannte Verspätungsgrund ein „verspätetes Bereitstellen von Zügen“ gewesen. Die App der Deutschen Bahn (DB) zeige oft eine pünktliche Abfahrt an, am Gleis sehe es ganz anders aus. Dass auf der Strecke alte Wagen ohne Klimaanlage fahren, grenze im Sommer fast schon an Körperverletzung, findet er. Und nervig sei, dass man als Pendler oft keine Informationen erhalte, warum ein Zug nicht kommt oder wann er denn losfährt. Auf HSt-Anfrage verweist die DB-Pressestelle auf unterschiedliche Ursachen für die Probleme, etwa Defekte an Weichen, bauliche Einschränkungen an der Infrastruktur, belegte Gleise oder Verspätungen im Fernverkehr, die sich auswirkten.

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Tortur für Fahrgäste: Zugausfälle und Verspätungen ohne Ende auf der Frankenbahn, hinzu kommen im Sommer brütend heiße Ex-DDR Doppelstockwagen ohne Klimaanlage Foto: ©SCRITTI

Auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann ist sauer auf die Leistungen der DB im Land und verzweifelt an deren Inkompetenz. In einem Brandbrief an den Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Odenwald hat der Verkehrsminister aufgelistet, was sich dringend ändern muss. Im Interview mit der Wochenzeitung Kontext erläutert Hermann, warum er sich manchmal fühlt wie Sisyphus.

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Go-Ahead wird bald fünf Netze betreiben

Die Go-Ahead-Gruppe, die ab Ende 2019 den schnellen Bahnverkehr auf der Frankenbahn zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg übernehmen wird, war erneut bei einer Ausschreibung erfolgreich und wird in den Augsburger Netzen der Länder Bayern und Baden-Württemberg die Strecken des Loses 1 betreiben. Das gewonnene Netz knüpft an drei Bahnhöfen an, die Go-Ahead bereits über seine Verträge in Baden-Württemberg ab 2019 bedienen wird. Der neue Vertrag umfasst 56 elektrische Züge, die auf einer Strecke von 7,4 Mio. Zugkilometern pro Jahr fahren werden. Mit dem 12-jährigen Verkehrsvertrag, welcher zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 beginnt, wurde das deutsche Unternehmen Go-Ahead Bus & Bahn mit dem fünften SPNV-Netz ausgezeichnet. Damit betreibt Go-Ahead in Deutschland ab 2022 Schienennetze im Umfang von insgesamt ca. 20 Millionen Zugkilometern. Die anderen bereits gewonnenen Verträge beginnen in den Jahren 2019 (Stuttgarter Netze Lose 2 und 3 sowie Netz 3a, die Murrbahn) und 2021 (E-Netz Allgäu). Zukünftig werden die Züge von Go-Ahead auf fünf Streckennetzen unterwegs sein. Die einzelnen Betriebsaufnahmestufen sind in der Grafik aufgeführt. (Quelle: PM Go-Ahead)

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Schieneninfrastruktur auf der Frankenbahn soll besser werden

Die Schieneninfrastruktur auf der Frankenbahn von Osterburken bis Würzburg soll verbessert werden. Hierfür setzen sich das Land, der Main-Tauber-Kreis und der Neckar-Odenwald-Kreis ein. Bis zum Jahresende soll für die Finanzierung der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen eine Lösung gefunden werden. Das gab das Verkehrsministerium Baden-Württemberg heute nach Abschluss der Frankenbahn-Konferenz in Lauda-Königshofen bekannt.

„Das Land misst der Frankenbahn eine große Bedeutung zu. Wir sind bereit, unseren Anteil zu einer Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs zu leisten. In den vergangenen Jahren haben uns da leider viel zu oft die großen Qualitätsmängel der Deutschen Bahn im Regionalverkehr beschäftigt“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. Er fügte hinzu: „Nun heißt es: Zukünftig besser machen!“ An der Frankenbahnkonferenz nahmen die Landräte Reinhard Frank (Main-Tauber), Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald) und Detlef Piepenburg (Heilbronn) als Sprecher für die Region Heilbronn – Franken, Bürgermeister sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus der Region teil. Dem politischen Spitzengespräch waren Forderungen aus der Region, zuletzt ein gemeinsames Positionspapier sowie Resolutionen der Kreistage des Main-Tauber-Kreises und des Neckar-Odenwald-Kreises vorausgegangen. Die Landkreise, Städte und Gemeinden forderten insbesondere ein Ende der Verspätungen und Zugausfälle auf der Frankenbahn, die Modernisierung der Stationen, eine regelmäßige Bedienung mit Regionalbahnen auch auf dem Streckenabschnitt zwischen Lauda und Osterburken sowie die Beseitigung des Engpasses durch Eingleisigkeit auf dem Streckenabschnitt zwischen Züttlingen und Möckmühl. Nach übereinstimmender Meinung aller Konferenzteilnehmer sollten im Hinblick auf mehr betriebliche Flexibilität auf der Frankenbahn den bereits in den letzten Jahren realisierten oder noch in Umsetzung befindlichen Infrastrukturmaßnahmen weitere Ausbaumaßnahmen folgen.

Bau des zweiten Gleises zwischen Möckmühl und Züttlingen sehr wichtig

Besonders im Fokus steht dabei nach Einschätzung des Landesverkehrsministeriums die Herstellung der Zweigleisigkeit zwischen Möckmühl und Züttlingen, damit die Strecke wieder durchgängig zweigleisig befahren werden kann. Weitere Infrastrukturergänzungen und der Ausbau der Bahnhöfe müssten zudem erfolgen. Verkehrsminister Hermann und Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn AG, sind sich einig: „Konkrete Überlegungen dazu sollten zeitnah in Angriff genommen werden, um die Qualität auf der Frankenbahn zu steigern.

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Neue Züge für die Frankenbahn vorgestellt

Mit einem feierlichen Roll-out hat Go-Ahead, der künftige Betreiber der schnellen IRE-Züge auf der Frankenbahn Stuttgart – Heilbronn – Würzburg, einen der ersten neuen FLIRT-Nahverkehrszüge von Stadler für die baden-württembergischen Nahverkehrsnetze in Empfang genommen. Das gab das Verkehrsministerium Baden-Württemberg jetzt bekannt. Der neue Betreiber Go-Ahead setzt die 66 neuen Fahrzeuge ab 9. Juni 2019 auf den Schienen des Stuttgarter Netzes und ab 15. Dezember 2019 auf der Murrbahn und der Frankenbahn ein.

Roll-out des ersten FLIRT für Go-Ahead September 2018

Roll-out des ersten FLIRT für Go-Ahead Sept. 2018, Foto: ©Michel Koczy

Stadler und die Go-Ahead Baden-Württemberg feierten mit rund 100 Gästen im Beisein des neuen schweizerischen Botschafter Paul Seger in der Bundesrepublik Deutschland sowie des Verkehrsministers von Baden-Württemberg, Winfried Hermann, den Roll-Out des ersten FLIRT-Nahverkehrstriebwagen für Baden-Württemberg.

„Mit modernen und barrierefreien Zügen der neuesten Fahrzeuggeneration sowie mit Fahrplänen in einem verlässlichen Takt wird Go-Ahead nach der Betriebsaufnahme 2019 einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung und zum Ausbau des Personennahverkehrs in Baden-Württemberg leisten. Der Schienenverkehr soll zu einer attraktiven Alternative zum privaten Auto werden. Ich setze auf eine zuverlässige Qualität von Go-Ahead und den Fahrzeugen von Stadler“, so Verkehrsminister Winfried Hermann. Weiterlesen

Mehr Regionalbahnen zwischen Osterburken und Lauda

Das Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg prüft derzeit, ob in Lauda endende Regionalbahnen (RB) aus Würzburg werktags regelmäßig bis Osterburken verlängert werden und die Haltepunkte dazwischen wieder bedient werden können.

Am ersten Juli-Wochenende gab es eine eindrucksvolle Demonstration der Bürgerinnen und Bürger für ein besseres Bahnangebot auf der Frankenbahn. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet, kamen rund 1.500 Teilnehmer zu einer Demonstrationsfahrt mit einem Sonderzug und zu Kundgebungen auf den Bahnhöfen: „Steig ein, zeig Flagge“, hatten die Landräte Dr. Achim Brötel und Reinhard Frank (Main-Tauber) und die Initiative „Frankenbahn für alle“ an die Bevölkerung appelliert und aufgerufen, ein Zeichen zu setzen, um den Kernforderungen Nachdruck zu verleihen. Diese lauten: Regelmäßige Regionalbahnverkehre zwischen Osterburken und Lauda, Ausbau der Bahninfrastruktur, Sanierung der Haltepunkte und bessere Vertaktung.

Hintergrund ist der Umstand, dass die vier Haltepunkte zwischen Osterburken und Lauda nur noch von einzelnen Zügen morgens und abends bedient werden und der RegionalExpress Stuttgart – Heilbronn – Würzburg an den Stationen durchfährt. Auch mit der Übernahme dieser Verkehre durch Go-Ahead im Dezember 2019 sind bislang keine Verbesserungen geplant sind, obwohl das Angebotskonzept des Landes Baden-Württemberg eigentlich an jedem Haltepunkt im Land mindestens einen stündlichen Zug vorsieht.

„Achim Brötel, Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, hat eine richtige Ruck-Rede gehalten“, lobt Oliver Rossmüller vom VCD Main-Tauber. Selbst langjährige Landtagsabgeordnete und Auto-Lobbyisten würden mittlerweile ins gleiche Horn stoßen und Verbesserungen auf der Frankenbahn fordern, freut sich Rossmüller. „Man fragt sich schon, warum dann nicht schon vor Jahren für Pendler ein brauchbares Angebot auf die Schiene gebracht wurde.“ Weiterlesen

Magazin VCDdirekt 2018 erschienen

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VCDdirekt Ausgabe 2018

Ende Juni ist eine neue Ausgabe des Magazins VCDdirekt erschienen mit Infos und Artikeln zur verkehrspolitischen Arbeit des ökologischen Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in Baden-Württemberg. Spannende Themen auf 24 Seiten rund um den öffentlichen Verkehr und die Verkehrswende sind unter anderem

 

  • ÖPNV-Offensive des VCD für lebenswerte Städte
  • Grundschulkinder als kleine Lärmdetektive
  • Zugausfälle und Verspätungen: Das Warten geht weiter
  • Elektrifizierungsoffensive für das Bahnnetz in Baden-Württemberg
  • Was kostet Kommunen der Individualverkehr?
  • VCD: Wir sind der Verkehrswende-Club!
  • Klimaschutzszenario Baden-Württemberg und Konsequenzen
  • Stuttgart 21 neu ausrichten und Kopfbahnhof erhalten
  • ÖV-Offensive für Heilbronn statt Fahrverbote
  • VCD-Projekt Radschnellwege Baden-Württemberg
  • Neue Mobilitätsangebote rund um Stuttgart

Auf der Webseite des VCD-Landesverbandes Baden-Württemberg steht die aktuelle Ausgabe zum Download bereit. Viel Spaß beim Lesen!

Die neuen Betreiber auf der Frankenbahn stellen sich vor

In jüngster Zeit gab es einige Veranstaltungen, bei denen sich die ab Ende 2019 neuen Betreiber auf der Frankenbahn den Fahrgästen vorgestellt haben. Zugleich hat das Land mit „bewegt“ die neue Dachmarke für den Regionalverkehr in Baden-Württemberg präsentiert. Das britische Unternehmen Go-Ahead hat in der Zwischenzeit in Stuttgart ein neues Büro eröffnet, über das die Heilbronner Stimme berichtete. Dabei konnten Leser Fragen zum künftigen Verkehrsangebot mit dem Interregio-Express (IRE) Stuttgart – Würzburg auf der Frankenbahn stellen, die vom Betreiber inzwischen beantwortet wurden. Auch der VCD hat konkrete Fragen gestellt. Zusammengefasst lässt sich sagen: An den Tarifen wird sich nichts ändern, da diese durch das Land und den künftigen Landestarif vorgegeben sind. Die neuen Fahrzeuge sind klimatisiert, verfügen über zeitgemäßen Komfort, zahlreiche Fahrradabstellplätze und WLAN, dessen Qualität natürlich von der Netzabdeckung entlang der Strecke abhängt. Weiterlesen

Kommt das vorzeitige Ende von DB Regio auf der Frankenbahn?

Heiß her geht es in jüngster Zeit auf der Frankenbahn – im wahrsten Sinne des Wortes. Inzwischen ist das Thema der überhitzten alten Doppelstockwagen ohne Klimatisierung, über die sich Pendler hier im Weblog massiv beschwert haben, auch bei der Heilbronner Stimme angekommen, nachdem sich immer mehr Fahrgäste über die unhaltbaren Zustände in den überhitzten Zügen beklagen. „Nicht mal Tiere dürften so transportiert werden“, sagte Ralf Merkle (53), Pendler aus Neckarsulm gegenüber der Heilbronner Stimme. Es herrschten Temperaturen von gefühlten 45 Grad in der Bahn, beschreibt der in Stuttgart arbeitende Anwalt die Situation. Die „Uralt-Ossi-Doppelstöcker“ machten jede Fahrt im Sommer zu Qual. Viele Fahrgäste und auch die Bürgerinitiative Frankenbahn werfen der Deutschen Bahn (DB) vor, ihre Kunden systematisch zu vergraulen – und zwar mit gezielt untragbaren Zuständen in den Zügen, berichtet der SWR. Die DB setze auf der Frankenbahn bewusst die alten Fahrzeuge ein, um es den künftigen Betreibern Go-Ahead und Abellio besonders schwer zu machen und Fahrgäste zu vertreiben.
Auch bundesweit wurden jetzt Medien auf die Frankenbahn aufmerksam, da es für die vielen Zugausfälle und den schlechten Service eine zweite Abmahnung aus dem Landesverkehrsministerium gab. In der Konsequenz kann das bedeuten, dass DB Regio mangels Zuverlässigkeit von künftigen Vergabeverfahren im Land ausgeschlossen wird. Die bevorstehenden Ausschreibungen betreffen zum Beispiel die Nahverkehrsnetze rund um Offenburg sowie um Reutlingen und Tübingen. In der ersten Jahreshälfte 2017 waren laut Ministerium nur 88,8 Prozent der Züge auf der Frankenbahn pünktlich. Der vertraglich vereinbarte Wert liege bei 94 Prozent der Züge. Auch die Zahl der Zugausfälle sei überdurchschnittlich hoch: zwischen Mitte April und Mitte Juni lag die Ausfallquote bei drei Prozent, in der Woche nach Ostern sogar bei acht Prozent. Nun droht das Land mit drastischen Konsequenzen, wie die Südwestpresse berichtet. Das Land sieht bei DB-Regio ein „Management-Problem“ und fordert einen zweiten Geschäftsführer. Sollte die DB den Auftrag für den Betrieb der Frankenbahn vorzeitig verlieren, stellt sich natürlich die Frage: Was dann? Welches Unternehmen wäre bereit, für zwei Jahre Fahrzeuge zu stellen und einen sicheren Bahnverkehr zu gewährleisten?

Zeitgleich fallen auch beim Heilbronner Stadtbahnbetreiber Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) massenweise Züge aus, weil sich ganze Scharen von Lokführern der DB plötzlich krank melden. Laut Heilbronner Stimme gab es am Donnerstag, den 6. Juli 2017 alleine 19 Zugausfälle auf der S4 zwischen Bretten, Heilbronn und Öhringen. Teile der S4 betreibt die AVG in einem Konsortium mit der DB, was konkret bedeutet, dass die DB Lokführer für die AVG-Stadtbahnen stellt. Inzwischen bestätigt sich laut Heilbronner Stimme auch, dass immer mehr Lokführer von DB Regio in andere Regionen abwandern, da sie ab 2019 wegen der verlorenen Aufträge in Baden-Württemberg keine Perspektive mehr sehen und auch nicht zu den neuen Betreibern Go-Ahead oder Abellio wechseln wollen. Auch die Ludwigsburger Kreiszeitung berichtet von Pendlerfrust und ständig ausfallenden Zügen auf der Frankenbahn, was wohl auch auf Personalmangel zurückzuführen sei.