Land zeigt Go-Ahead die Rote Karte

Nach einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Landesverkehrsministerium laufen derzeit Gespräche zwischen dem Aufgabenträger Land Baden-Württemberg und dem aktuellen Betreiber des RE8 auf der Frankenbahn zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg Go-Ahead, um für einen Übergangszeitraum Go-Ahead zu entlasten und durch einen anderen Betreiber die Qualität des Verkehrsangebots dauerhaft sicherzustellen. Eine Kündigung des Verkehrsvertrages steht demnach nicht im Raum. Der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe begrüßt diesen Schritt: „Das Land hat endlich die Notbremse gezogen und präsentiert dem aktuellen Betreiber die Quittung für permanente Schlechtleistung“, sagt Hans-Martin Sauter, Vorstand im VCD-Regionalverband. „Das ewige Warten und Vertrösten auf einen reibungslosen Bahnbetrieb in der Zukunft muss endlich ein Ende haben.“ Obwohl seit Beginn der Corona-Krise auch beim RE8 der Betrieb ausgedünnt wurde und es kaum mehr Beschwerden gab, hat der neue Betreiber angeblich weiterhin Personalprobleme. Weiterlesen

Entschädigung für Pendler kommt

Das Land Baden-Württemberg hat nun eine konkrete Entschädigungsregelung für Pendler auf der Frankenbahn und anderen besonders von Verspätungen und Zugausfällen betroffenen Bahnlinien im Land bekannt gegeben. Stammkunden im regionalen Bahnverkehr von Baden-Württemberg erhalten laut Pressemitteilung aus dem Landesverkehrsministerium eine Wiedergutmachung für besonders schlechte Leistungen im Schienenpersonennahverkehr. Fahrgäste, die von Schlechtleistungen im regionalen Bahnverkehr zwischen Juli 2019 und Januar 2020 betroffen waren, sollen ab Juni 2020 eine Entschädigung erhalten. Die Antragsstellung soll digital über ein Kundenportal erfolgen. Geplant ist eine Entschädigung der Dauerkunden (Jahreskarteninhaber) in Höhe eines Monatskartentickets beziehungsweise einer Monatsrate für ein Abonnement für die betroffenen Streckenabschnitte. Das Land verhandelt derzeit mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) über die gemeinsame Finanzierung der Entschädigungen. Der Landesverband des ökologischen Verkehrsclub VCD begrüßt die neue Regelung. Seit 2016, als die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im Regionalverkehr stark abgesunken war, fordert der VCD, eine entsprechende Entschädigungsregelung für Inhaber von Monatskarten bei den Fahrgastrechten aufzunehmen: „Während es für Fernreisende mit Entschädigungszahlungen ab 60 Minuten Verspätung europaweit geregelte Mindestansprüche gibt, fehlen bislang für Pendler angemessene Regelungen bei länger andauernden Qualitätseinschränkungen durch Zugausfälle und Verspätungen“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Statt einer Einmalaktion für den Zeitraum von Juni 2019 bis Februar 2020 sollte nach VCD-Meinung dauerhaft eine an Qualitätskriterien orientierte Erstattungsregelung für Pendler in eine Fahrgastrechtecharta des Landes aufgenommen werden. (mgr)

Ersatzkonzept und Kürzungen sollen Fahrplan stabilisieren

Wie das Landesverkehrsministerium in einer aktuellen Pressemitteilung verkündet, gibt es in den kommenden Wochen Veränderungen für den Fahrplan der Frankenbahn, die für eine Stabilisierung des Verkehrs sorgen sollen. Im Rahmen eines Ersatzkonzeptes werden zusätzliche DB-Regio-Doppelstockzüge für Go-Ahead auf der Strecke Stuttgart – Heilbronn – Würzburg unterwegs sein, um den Fahrgästen rasche Verbesserungen zu bringen. Zudem ist im Zeitraum vom 7. März bis zum 9. April einen Monat lang an Wochenenden der planmäßige Ausfall von sechs Zugpaaren, sowie der Teilausfall eines Zuges vorgesehen. Den Hauptgrund für die betrieblichen Probleme bei Go-Ahead sieht Landesverkehrsminister Winfried Hermann vor allem im Fachkräftemangel: „Wir spüren hier die Auswirkungen des bundesweiten Lokführermangels. Wir kümmern uns darum, durch zusätzliche Züge die Situation zu entspannen. Nichtsdestotrotz möchte ich mich bei den Fahrgästen und der Region ausdrücklich entschuldigen. Zugausfälle in diesem Ausmaß sind nicht akzeptabel.“

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Vollkommen überfüllt: Am 19. Februar 2020 kommt in Bietigheim-Bissingen in der Hauptverkehrszeit um 17:30 Uhr aus Stuttgart lediglich ein vierteiliger Triebwagen von Go-Ahead. Der Zug ist bereits komplett überfüllt. ©SCRITTI

Das findet auch der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe. „Wir begrüßen, dass NVBW und Land endlich handeln, um den ständigen Zugausfällen auf der Frankenbahn entgegenzuwirken“, freut sich VCD-Vorstandsmitglied Hans-Martin Sauter. „Allerdings kann allein Personalmangel keine Entschuldigung dafür sein, dass Go-Ahead in der Hauptverkehrszeit auf der Frankenbahn teils nur vierteilige Fahrzeuge mit viel zu geringer Kapazität einsetzt, während auf der IRE-Linie Stuttgart – Karlsruhe Doppeltraktionen des gleichen Betreibers mit Neun- oder Zehn-Teilern verkehren.“

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Ausreichend Platz: Auf der IRE-Linie zwischen Karlsruhe und Stuttgart verkehren die Züge in Mehrfachtraktion, so dass in der Regel ein ausreichendes Platzangebot besteht. ©SCRITTI

Der VCD bedauert, dass die Region Heilbronn-Franken vom Land anscheinend wieder einmal vernachlässigt wird und wie so oft auf dem Abstellgleis landet. Es scheint, als hätten der Schienenpersonennahverkehr und die Nöte der Fahrgäste auch für die Politik vor Ort keine große Priorität.

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Weiterhin tägliche Zugausfälle

Es wird nicht besser mit dem Bahnverkehr auf der Frankenbahn. Tagtäglich berichten Fahrgäste hier im Weblog von Zugausfällen und können dies auch weiterhin tun. „Es gibt weder Zugverbindungen am Morgen von Würzburg nach Stuttgart noch am Abend von Stuttgart zurück nach Würzburg“, stellt Matthias Friedlein am Montag, den 27. Januar 2020 frustriert in seinem Kommentar fest: „RE8 ab Stuttgart, 15.42 Uhr – Totalausfall, RE8 ab Stuttgart, 19.07 Uhr – Totalausfall, RE8 ab Stuttgart, 20.12 Uhr – Totalausfall. Das bedeutet, knapp drei Stunden keine Verbindung von Stuttgart nach Würzburg“, ist Friedlein verärgert. Am Dienstag, den 28. Januar 2020 geht es genauso weiter: Die wichtigen Züge im Berufs- und Schülerverkehr von Osterburken in Richtung Heilbronn und Stuttgart ab 6:32 Uhr (RE19055) und ab 7:30 Uhr (RE 19057) fallen ebenso aus. Aktuell gegen 14 Uhr haben alle Züge zwischen Würzburg und Stuttgart wegen einer „technischen Störung an der Strecke“ Verspätungen von teils über 30 Minuten. Immerhin werden keine Zugausfälle auf der DB-Seite gemeldet.

Go-Ahead-Webseite

Selbstbewusst: „Eine Verbindung, auf die Sie zählen können“, heißt es auf der Webseite von Go-Ahead Baden-Württemberg.

Matthias Friedlein schreibt sarkastisch: „Könnte man diese Strecke nicht einfach ganz einstellen? Hier läuft – außer der gelegentlich verkehrenden RB18 von Abellio eh nicht mehr viel.“ Im Interview mit der Heilbronner Stimme stellt sich Gordon Lemke, Technischer Geschäftsleiter von Go-Ahead, der Kritik und beklagt selbst häufige Mängel an den Fahrzeugen vom Typ Stadler FLIRT, weshalb die bestellten Kapazitäten nicht ganz bedient werden könnten.

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Verkehrsminister setzt Go-Ahead unter Druck

Bei einer Momentaufnahme am Neckarsulmer Bahnhof am 13. Januar 2020 gegen 16:30 Uhr ergab sich folgendes Bild: 16:35 Uhr RB18 (Abellio) von Stuttgart nach Osterburken steht als pünktlich online im DB Navigator, fährt aber real 10 Minuten zu spät um 16:45 Uhr. Der aus einem ET425 gebildete Zug würde nun wieder (wie schon unzählige Male zuvor) den nachfolgenden RE8 nach Würzburg (ab 16:52 Uhr) ausbremsen. Dies ist an diesem Tag jedoch kein Problem, da RE8 um 16:52 Uhr nach Würzburg komplett ausfällt! Und auch RE8 eine Stunde später um 17:52 Uhr nach Würzburg fällt ebenso aus! Fast alle Stadtbahnen der Linien S41 / S42 haben sowohl von Heilbronn als auch in Richtung Heilbronn Verspätung, teils bis zu 10 Minuten. Es scheint, der Streckenabschnitt Neckarsulm – Bad Friedrichshall ist inzwischen an der Kapazitätsgrenze angelangt. In einer aktuellen Pressmitteilung hat Verkehrsminister Winfried Hermann nun von der Geschäftsführung von Go-Ahead Baden-Württemberg rasche Lösungen bei den Kapazitäts- und Qualitätsproblemen auf den neu betriebenen Strecken verlangt. Weiterlesen

Zahlreiche Probleme mit neuen Betreibern auf der Frankenbahn

Hervorgehoben

Seit 15. Dezember 2019 verkehren auf der Frankenbahn die neuen Betreiber Go-Ahead (RE 8 Stuttgart – Heilbronn – Würzburg stündlich) und Abellio (stündlich RB 18 Stuttgart – Heilbronn – Osterburken sowie stündlich RE 10 Stuttgart – Heilbronn – Mannheim). Die Details dazu finden sich auf der Seite des Verkehrsministeriums. Nach einem Monat gibt es immer noch sehr viel Kritik von Fahrgästen wegen Zugausfällen und insbesondere hinsichtlich zu kurzer Züge in der Hauptverkehrszeit und fehlender Verbindungen am Morgen. Auch die Heilbronner Stimme zieht eine durchwachsene Bilanz.

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DB-Missmanagement treibt Fahrgastzahlen in den Keller

Was viele Kritiker im Zuge des anstehenden Betreiberwechsels auf der Frankenbahn befürchtet hatten, ist inzwischen eingetreten: Wie die Ludwigsburger Kreiszeitung berichtet, sind die Fahrgastzahlen auf der Frankenbahn Stuttgart – Heilbronn – Würzburg und auf der Residenzbahn Stuttgart – Karlsruhe im Vergleich zu 2014 deutlich zurückgegangen. Dies ergab eine Anfrage von Daniel Renkonen, dem verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Landtag und Abgeordneten für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen, an das Landesverkehrsministerium. Grund dafür sind die ständigen Verspätungen und Zugausfälle durch den aktuellen Betreiber DB Regio, die vom Landesverkehrsminister mehrfach heftig kritisiert wurden. Ein weiterer Faktor dürften die nicht-klimatisierten Doppelstockwagen sein, die vor allem im Sommer für Sauna-Verhältnisse in den Zügen sorgen und zahlreiche Fahrgäste wieder ins klimatisierte Auto treiben.

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Uralt-Doppelstockzüge ohne Klimatisierung, Verspätungen und Zugausfälle machen den Fahrgästen auf der Frankenbahn das Leben schwer. Bei dieser Regionalbahn am 29. April 2019 von Osterburken nach Stuttgart funktioniert die Fahrtzielanzeige wieder einmal nicht. ©SCRITTI

In dem Artikel heißt es: Für die Regionalzüge, die durch den Kreis Ludwigsburg fahren, schlägt ein sattes Minus zu Buche: Auf der Residenzbahn-Strecke Stuttgart-Karlsruhe stiegen im Abschnitt zwischen Stuttgart und Vaihingen 2014 an den fünf Werktagen einer Woche noch insgesamt 14.287 Fahrgäste in den Regionalzug – vier Jahre später waren es nur noch 12.427 Passagiere. Das ist ein heftiger Einbruch von 13 Prozent. Nur wenig besser sieht es auf der Frankenbahn Stuttgart-Heilbronn aus: Zwischen Stuttgart und Kirchheim sank die Fahrgastzahl von 15.244 auf 13.999 – ein Minus von immerhin acht Prozent.

Auf der Murrbahn, wo bereits moderne Fahrzeuge zum Einsatz kommen und der Takt deutlich verdichtet wurde, läuft es besser. Im Verkehrsministerium hofft man auch, dass durch die Tarifreform im VVS und die Senkung der Fahrpreise der Regionalverkehr wieder attraktiver wird. Wenn im Dezember 2019 Go-Ahead und Abellio den Schienenpersonennahverkehr auf der Frankenbahn übernehmen, gilt zumindest auch in Richtung Würzburg der Stundentakt. Zudem kommen endlich moderne, spurtstarke Elektrotriebwagen zum Einsatz, sofern Bombardier genügend neue Fahrzeuge vom Typ Talent 2 an Abellio liefert und diese komplett zugelassen sind. Zufrieden äussert sich der Verkehrsminister mit dem Busverkehr rund um Stuttgart: Auf 80 Prozent der Buslinien gelten bereits jetzt die fürs Zieljahr 2020 versprochenen, besonders abends und an den Wochenenden besseren Fahrpläne. Wochentags soll mindestens der 30-Minuten-Takt, abends und an Wochenenden mindestens der Stundentakt Standard sein, damit die Busse zuverlässige Zubringerdienste zur S-Bahn erbringen können. Auch der Landkreis Ludwigsburg hat alle seine Busverkehre in sogenannten Linienbündeln zusammengefasst und neu vergeben. Die Busse im Strohgäu etwa fahren bereits nach den neuen Fahrplänen, die im Bottwartal folgen im August.

22 Stunden im Jahr Warten auf die Frankenbahn

Die Heilbronner Stimme berichtet aktuell über einen 42-jährigen Heilbronner, der akribisch die Abfahrtzeiten seiner Züge nach Stuttgart und zurück notiert. Fazit: Im Jahr 2018 hat er 22 Stunden am Gleis gewartet, obwohl er Verspätungen der Züge von DB Regio erst bei mehr als fünf Minuten notiert. Für Michael Specht ist das nervend und frustrierend. Im Jahr 2017 kam er sogar auf 27 Stunden Verspätung, also umgerechnet gut drei Arbeitstage, heißt es in dem Bericht. Was dem Heilbronner auffiel: 2018 sei der meistgenannte Verspätungsgrund ein „verspätetes Bereitstellen von Zügen“ gewesen. Die App der Deutschen Bahn (DB) zeige oft eine pünktliche Abfahrt an, am Gleis sehe es ganz anders aus. Dass auf der Strecke alte Wagen ohne Klimaanlage fahren, grenze im Sommer fast schon an Körperverletzung, findet er. Und nervig sei, dass man als Pendler oft keine Informationen erhalte, warum ein Zug nicht kommt oder wann er denn losfährt. Auf HSt-Anfrage verweist die DB-Pressestelle auf unterschiedliche Ursachen für die Probleme, etwa Defekte an Weichen, bauliche Einschränkungen an der Infrastruktur, belegte Gleise oder Verspätungen im Fernverkehr, die sich auswirkten.

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Tortur für Fahrgäste: Zugausfälle und Verspätungen ohne Ende auf der Frankenbahn, hinzu kommen im Sommer brütend heiße Ex-DDR Doppelstockwagen ohne Klimaanlage Foto: ©SCRITTI

Auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann ist sauer auf die Leistungen der DB im Land und verzweifelt an deren Inkompetenz. In einem Brandbrief an den Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Odenwald hat der Verkehrsminister aufgelistet, was sich dringend ändern muss. Im Interview mit der Wochenzeitung Kontext erläutert Hermann, warum er sich manchmal fühlt wie Sisyphus.

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Erste Bilanz: Frankenbahn bleibt weiter Sorgenkind bei Pünktlichkeit

In einer aktuellen Pressemitteilung zieht das Verkehrsministerium Baden-Württemberg eine erste Bilanz des „Aktionsplans Schienenverkehr“, nachdem es seit einem Jahr zu Zugausfällen und Verspätungen im Verantwortungsbereich der Deutschen Bahn (DB) Regio kam. „Seit der Vorstellung des 10-Punkte-Plans im Juli 2017 haben wir uns auch auf den kritischen Linien wie Filstal-, Bodenseegürtel- und Remsbahn spürbar verbessert, was die Themen Pünktlichkeit, Qualität und Zugausfälle angeht“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. Die Kooperation mit der Deutschen Bahn sei auf allen Ebenen konstruktiv und lösungsorientiert. Die Frankenbahn von Stuttgart über Heilbronn nach Würzburg zeige aber auch die noch offenen Baustellen. Die Pünktlichkeit konnte bisher nicht deutlich gesteigert werden und sei im Vergleich sogar schlechter als auf der als überlastet gekennzeichneten Rheintalbahn.

Woran liegt es also? „Die Probleme auf der Frankenbahn resultieren aus der Einbindung der Züge in die Knoten Würzburg und Stuttgart mit viel Fern- und Güterverkehr. Sowie aus der Eingleisigkeit zwischen Züttlingen und Möckmühl und der hohen Streckenauslastung zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage. Dass die Probleme teils vom Land selbst durch das Fahrplankonzept im Nahverkehr verursacht werden, weist die Sprecherin zurück. „Das Fahrplankonzept ist mit den Knoteneinbindungen seit Jahren gewachsen und durch DB Netz korrekt trassiert. Von Seiten des Infrastrukturbetreibers und des Verkehrsunternehmens DB sind uns keine Beschwerden bekannt, dass das vom Land gewählte Fahrplankonzept die Verspätungen begünstigt.“

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Kommt das vorzeitige Ende von DB Regio auf der Frankenbahn?

Heiß her geht es in jüngster Zeit auf der Frankenbahn – im wahrsten Sinne des Wortes. Inzwischen ist das Thema der überhitzten alten Doppelstockwagen ohne Klimatisierung, über die sich Pendler hier im Weblog massiv beschwert haben, auch bei der Heilbronner Stimme angekommen, nachdem sich immer mehr Fahrgäste über die unhaltbaren Zustände in den überhitzten Zügen beklagen. „Nicht mal Tiere dürften so transportiert werden“, sagte Ralf Merkle (53), Pendler aus Neckarsulm gegenüber der Heilbronner Stimme. Es herrschten Temperaturen von gefühlten 45 Grad in der Bahn, beschreibt der in Stuttgart arbeitende Anwalt die Situation. Die „Uralt-Ossi-Doppelstöcker“ machten jede Fahrt im Sommer zu Qual. Viele Fahrgäste und auch die Bürgerinitiative Frankenbahn werfen der Deutschen Bahn (DB) vor, ihre Kunden systematisch zu vergraulen – und zwar mit gezielt untragbaren Zuständen in den Zügen, berichtet der SWR. Die DB setze auf der Frankenbahn bewusst die alten Fahrzeuge ein, um es den künftigen Betreibern Go-Ahead und Abellio besonders schwer zu machen und Fahrgäste zu vertreiben.
Auch bundesweit wurden jetzt Medien auf die Frankenbahn aufmerksam, da es für die vielen Zugausfälle und den schlechten Service eine zweite Abmahnung aus dem Landesverkehrsministerium gab. In der Konsequenz kann das bedeuten, dass DB Regio mangels Zuverlässigkeit von künftigen Vergabeverfahren im Land ausgeschlossen wird. Die bevorstehenden Ausschreibungen betreffen zum Beispiel die Nahverkehrsnetze rund um Offenburg sowie um Reutlingen und Tübingen. In der ersten Jahreshälfte 2017 waren laut Ministerium nur 88,8 Prozent der Züge auf der Frankenbahn pünktlich. Der vertraglich vereinbarte Wert liege bei 94 Prozent der Züge. Auch die Zahl der Zugausfälle sei überdurchschnittlich hoch: zwischen Mitte April und Mitte Juni lag die Ausfallquote bei drei Prozent, in der Woche nach Ostern sogar bei acht Prozent. Nun droht das Land mit drastischen Konsequenzen, wie die Südwestpresse berichtet. Das Land sieht bei DB-Regio ein „Management-Problem“ und fordert einen zweiten Geschäftsführer. Sollte die DB den Auftrag für den Betrieb der Frankenbahn vorzeitig verlieren, stellt sich natürlich die Frage: Was dann? Welches Unternehmen wäre bereit, für zwei Jahre Fahrzeuge zu stellen und einen sicheren Bahnverkehr zu gewährleisten?

Zeitgleich fallen auch beim Heilbronner Stadtbahnbetreiber Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) massenweise Züge aus, weil sich ganze Scharen von Lokführern der DB plötzlich krank melden. Laut Heilbronner Stimme gab es am Donnerstag, den 6. Juli 2017 alleine 19 Zugausfälle auf der S4 zwischen Bretten, Heilbronn und Öhringen. Teile der S4 betreibt die AVG in einem Konsortium mit der DB, was konkret bedeutet, dass die DB Lokführer für die AVG-Stadtbahnen stellt. Inzwischen bestätigt sich laut Heilbronner Stimme auch, dass immer mehr Lokführer von DB Regio in andere Regionen abwandern, da sie ab 2019 wegen der verlorenen Aufträge in Baden-Württemberg keine Perspektive mehr sehen und auch nicht zu den neuen Betreibern Go-Ahead oder Abellio wechseln wollen. Auch die Ludwigsburger Kreiszeitung berichtet von Pendlerfrust und ständig ausfallenden Zügen auf der Frankenbahn, was wohl auch auf Personalmangel zurückzuführen sei.