Entschädigung für Pendler kommt

Das Land Baden-Württemberg hat nun eine konkrete Entschädigungsregelung für Pendler auf der Frankenbahn und anderen besonders von Verspätungen und Zugausfällen betroffenen Bahnlinien im Land bekannt gegeben. Stammkunden im regionalen Bahnverkehr von Baden-Württemberg erhalten laut Pressemitteilung aus dem Landesverkehrsministerium eine Wiedergutmachung für besonders schlechte Leistungen im Schienenpersonennahverkehr. Fahrgäste, die von Schlechtleistungen im regionalen Bahnverkehr zwischen Juli 2019 und Januar 2020 betroffen waren, sollen ab Juni 2020 eine Entschädigung erhalten. Die Antragsstellung soll digital über ein Kundenportal erfolgen. Geplant ist eine Entschädigung der Dauerkunden (Jahreskarteninhaber) in Höhe eines Monatskartentickets beziehungsweise einer Monatsrate für ein Abonnement für die betroffenen Streckenabschnitte. Das Land verhandelt derzeit mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) über die gemeinsame Finanzierung der Entschädigungen. Der Landesverband des ökologischen Verkehrsclub VCD begrüßt die neue Regelung. Seit 2016, als die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im Regionalverkehr stark abgesunken war, fordert der VCD, eine entsprechende Entschädigungsregelung für Inhaber von Monatskarten bei den Fahrgastrechten aufzunehmen: „Während es für Fernreisende mit Entschädigungszahlungen ab 60 Minuten Verspätung europaweit geregelte Mindestansprüche gibt, fehlen bislang für Pendler angemessene Regelungen bei länger andauernden Qualitätseinschränkungen durch Zugausfälle und Verspätungen“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Statt einer Einmalaktion für den Zeitraum von Juni 2019 bis Februar 2020 sollte nach VCD-Meinung dauerhaft eine an Qualitätskriterien orientierte Erstattungsregelung für Pendler in eine Fahrgastrechtecharta des Landes aufgenommen werden. (mgr)

Bürgerdialoge mit dem Verkehrsminister und den Bahnbetreibern

UPDATE: Beide Veranstaltungen wurden abgesagt! Grund dafür ist die steigende Zahl von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. „Der Bürgerdialog wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden“, bekräftigte Verkehrsminister Winfried Hermann und sagte: „Wir wissen, dass die Situation für Pendlerinnen und Pendler auf der Frankenbahn schwierig ist und wollen gerne Rede und Antwort stehen. Im Moment hat aber der Schutz vor Infektionen Vorrang.“ (pm)

Das Landesverkehrsministerium informiert in der Region Heilbronn über die aktuelle Situation auf der Frankenbahn und lädt zum Bürgerdialog mit Vertretern von Go-Ahead, Abellio und Verkehrsminister Winfried Hermann. Die Veranstaltung findet statt am: Mittwoch, den 11. März 2020 ab 19:30 Uhr in Neckarsulm in der Städtischen Musikschule in der Neuenstädter Straße 27, wenige Gehminuten vom ZOB Ballei (alle Buslinien). Nächst gelegene S-Bahn ist die Station Neckarsulm Mitte. Eine umfangreiche Beteiligung von Bürger*innen und Fahrgästen ist ausdrücklich erwünscht! Auf Initiative der Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen und Fabian Gramling lädt das Landesverkehrsministerium gemeinsam mit dem Landratsamt Heilbronn zu der Veranstaltung. Verkehrsminister Winfried Hermann MdL wird mit Max Kaiser, kaufmännischer Geschäftsleiter bei Go-Ahead und Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung von Abellio, Rede und Antwort stehen sowie ein offenes Ohr für Fragen, Anregungen und Kritik haben. Weiterlesen

Ersatzkonzept und Kürzungen sollen Fahrplan stabilisieren

Wie das Landesverkehrsministerium in einer aktuellen Pressemitteilung verkündet, gibt es in den kommenden Wochen Veränderungen für den Fahrplan der Frankenbahn, die für eine Stabilisierung des Verkehrs sorgen sollen. Im Rahmen eines Ersatzkonzeptes werden zusätzliche DB-Regio-Doppelstockzüge für Go-Ahead auf der Strecke Stuttgart – Heilbronn – Würzburg unterwegs sein, um den Fahrgästen rasche Verbesserungen zu bringen. Zudem ist im Zeitraum vom 7. März bis zum 9. April einen Monat lang an Wochenenden der planmäßige Ausfall von sechs Zugpaaren, sowie der Teilausfall eines Zuges vorgesehen. Den Hauptgrund für die betrieblichen Probleme bei Go-Ahead sieht Landesverkehrsminister Winfried Hermann vor allem im Fachkräftemangel: „Wir spüren hier die Auswirkungen des bundesweiten Lokführermangels. Wir kümmern uns darum, durch zusätzliche Züge die Situation zu entspannen. Nichtsdestotrotz möchte ich mich bei den Fahrgästen und der Region ausdrücklich entschuldigen. Zugausfälle in diesem Ausmaß sind nicht akzeptabel.“

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Vollkommen überfüllt: Am 19. Februar 2020 kommt in Bietigheim-Bissingen in der Hauptverkehrszeit um 17:30 Uhr aus Stuttgart lediglich ein vierteiliger Triebwagen von Go-Ahead. Der Zug ist bereits komplett überfüllt. ©SCRITTI

Das findet auch der VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe. „Wir begrüßen, dass NVBW und Land endlich handeln, um den ständigen Zugausfällen auf der Frankenbahn entgegenzuwirken“, freut sich VCD-Vorstandsmitglied Hans-Martin Sauter. „Allerdings kann allein Personalmangel keine Entschuldigung dafür sein, dass Go-Ahead in der Hauptverkehrszeit auf der Frankenbahn teils nur vierteilige Fahrzeuge mit viel zu geringer Kapazität einsetzt, während auf der IRE-Linie Stuttgart – Karlsruhe Doppeltraktionen des gleichen Betreibers mit Neun- oder Zehn-Teilern verkehren.“

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Ausreichend Platz: Auf der IRE-Linie zwischen Karlsruhe und Stuttgart verkehren die Züge in Mehrfachtraktion, so dass in der Regel ein ausreichendes Platzangebot besteht. ©SCRITTI

Der VCD bedauert, dass die Region Heilbronn-Franken vom Land anscheinend wieder einmal vernachlässigt wird und wie so oft auf dem Abstellgleis landet. Es scheint, als hätten der Schienenpersonennahverkehr und die Nöte der Fahrgäste auch für die Politik vor Ort keine große Priorität.

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Weiterhin tägliche Zugausfälle

Es wird nicht besser mit dem Bahnverkehr auf der Frankenbahn. Tagtäglich berichten Fahrgäste hier im Weblog von Zugausfällen und können dies auch weiterhin tun. „Es gibt weder Zugverbindungen am Morgen von Würzburg nach Stuttgart noch am Abend von Stuttgart zurück nach Würzburg“, stellt Matthias Friedlein am Montag, den 27. Januar 2020 frustriert in seinem Kommentar fest: „RE8 ab Stuttgart, 15.42 Uhr – Totalausfall, RE8 ab Stuttgart, 19.07 Uhr – Totalausfall, RE8 ab Stuttgart, 20.12 Uhr – Totalausfall. Das bedeutet, knapp drei Stunden keine Verbindung von Stuttgart nach Würzburg“, ist Friedlein verärgert. Am Dienstag, den 28. Januar 2020 geht es genauso weiter: Die wichtigen Züge im Berufs- und Schülerverkehr von Osterburken in Richtung Heilbronn und Stuttgart ab 6:32 Uhr (RE19055) und ab 7:30 Uhr (RE 19057) fallen ebenso aus. Aktuell gegen 14 Uhr haben alle Züge zwischen Würzburg und Stuttgart wegen einer „technischen Störung an der Strecke“ Verspätungen von teils über 30 Minuten. Immerhin werden keine Zugausfälle auf der DB-Seite gemeldet.

Go-Ahead-Webseite

Selbstbewusst: „Eine Verbindung, auf die Sie zählen können“, heißt es auf der Webseite von Go-Ahead Baden-Württemberg.

Matthias Friedlein schreibt sarkastisch: „Könnte man diese Strecke nicht einfach ganz einstellen? Hier läuft – außer der gelegentlich verkehrenden RB18 von Abellio eh nicht mehr viel.“ Im Interview mit der Heilbronner Stimme stellt sich Gordon Lemke, Technischer Geschäftsleiter von Go-Ahead, der Kritik und beklagt selbst häufige Mängel an den Fahrzeugen vom Typ Stadler FLIRT, weshalb die bestellten Kapazitäten nicht ganz bedient werden könnten.

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Verkehrsminister setzt Go-Ahead unter Druck

Bei einer Momentaufnahme am Neckarsulmer Bahnhof am 13. Januar 2020 gegen 16:30 Uhr ergab sich folgendes Bild: 16:35 Uhr RB18 (Abellio) von Stuttgart nach Osterburken steht als pünktlich online im DB Navigator, fährt aber real 10 Minuten zu spät um 16:45 Uhr. Der aus einem ET425 gebildete Zug würde nun wieder (wie schon unzählige Male zuvor) den nachfolgenden RE8 nach Würzburg (ab 16:52 Uhr) ausbremsen. Dies ist an diesem Tag jedoch kein Problem, da RE8 um 16:52 Uhr nach Würzburg komplett ausfällt! Und auch RE8 eine Stunde später um 17:52 Uhr nach Würzburg fällt ebenso aus! Fast alle Stadtbahnen der Linien S41 / S42 haben sowohl von Heilbronn als auch in Richtung Heilbronn Verspätung, teils bis zu 10 Minuten. Es scheint, der Streckenabschnitt Neckarsulm – Bad Friedrichshall ist inzwischen an der Kapazitätsgrenze angelangt. In einer aktuellen Pressmitteilung hat Verkehrsminister Winfried Hermann nun von der Geschäftsführung von Go-Ahead Baden-Württemberg rasche Lösungen bei den Kapazitäts- und Qualitätsproblemen auf den neu betriebenen Strecken verlangt. Weiterlesen

Zahlreiche Probleme mit neuen Betreibern auf der Frankenbahn

Seit 15. Dezember 2019 verkehren auf der Frankenbahn die neuen Betreiber Go-Ahead (RE 8 Stuttgart – Heilbronn – Würzburg stündlich) und Abellio (stündlich RB 18 Stuttgart – Heilbronn – Osterburken sowie stündlich RE 10 Stuttgart – Heilbronn – Mannheim). Die Details dazu finden sich auf der Seite des Verkehrsministeriums. Nach einem Monat gibt es immer noch sehr viel Kritik von Fahrgästen wegen Zugausfällen und insbesondere hinsichtlich zu kurzer Züge in der Hauptverkehrszeit und fehlender Verbindungen am Morgen. Auch die Heilbronner Stimme zieht eine durchwachsene Bilanz.

Schreiben Sie uns über die Kommentarfunktion am unteren Ende dieses Beitrags Ihre Erfahrungen, wenn Sie auf der Frankenbahn unterwegs sind!

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Weiterhin Ersatzzüge für Abellio ab Fahrplanwechsel

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Auf die modernen Triebwagen vom Typ Bombardier Talent, wie sie teils zwischen Stuttgart und Pforzheim rollen, müssen Fahrgäste auf der Frankenbahn noch etwas warten, da der Betreiber Abellio immer noch nicht genügend Fahrzeuge vom Hersteller bekommen hat. ©SCRITTI

Bei einer Veranstaltung des Landesverkehrsministeriums mit den neuen Betreibern auf der Frankenbahn Abellio und Go-Ahead in Heilbronn am 21. November 2019 gibt es weitere Informationen über das Bahnangebot ab 15. Dezember 2019. Wie die Heilbronner Stimme berichtet, will Go-Ahead den ab Dezember stündlichen RegionalExpress 8 Stuttgart – Heilbronn – Würzburg nun doch mit eigenen Zügen vom Typ Stadler FLIRT bedienen: Das ursprünglich geplante Ersatzkonzept sei vom Tisch, sagte Go-Ahead-Geschäftsführer Hans-Peter Sienknecht. Einige neue Fahrzeuge seien früher geliefert worden als erwartet, begründete Sienknecht die abermalige Kehrtwende. Man habe aber auch Vertrauen, dass Kinderkrankheiten der Züge abgestellt seien. Technische Pannen plagten seit Juni den Betrieb auf anderen Go-Ahead-Strecken. Abellio, der zweite neue Frankenbahn-Betreiber, hat derweil noch massiver Probleme mit seinem Lieferanten Bombardier. Der Konzern liefert im nächsten Schritt nur sechs von 20 Zügen. Abellio fährt wie bereits angekündigt ein Ersatzkonzept – und das nicht nur bis März, sondern voraussichtlich sogar bis Juni 2020. Auf der Strecke der Regionalbahn 10 bedient die Deutsche Bahn weiter die Strecke Stuttgart – Heilbronn mit Doppelstockzügen. Abellio fährt den stündlichen RegionalExpress Heilbronn – Mannheim abwechselnd über Sinsheim oder Neckarelz mit eigenen Fahrzeugen. Für die Verbindung Stuttgart-Heilbronn – Osterburken (Regionalbahn 18) leiht sich Abellio für die Übergangsphase Züge der DB-Baureihen 425 und 426, wie sie etwa auf der S-Bahn-Strecke zwischen Eppingen und Heidelberg unterwegs sind, heißt es in der Heilbronner Stimme. Das Land kritisiert den Fahrzeughersteller Bombardier heftig für dessen Unzuverlässigkeit. Bei der Veranstaltung machten die Verantwortlichen deutlich, dass sie die Kritik des VCD und der Initiative 780 Frankenbahn am Fahrplankonzept ernst nehmen. Allerdings könnten Verbesserungen nicht kurzfristig umgesetzt werden. Der VCD kritisiert vor allem, dass der bisherige InterregioExpress am Morgen entfällt. Der bei Pendlern beliebte Zug hält zwischen Osterburken (ab 6:14 Uhr) und Heilbronn (an 7:10 Uhr) an fast allen Stationen und fährt dann ohne Halt schnell bis Stuttgart durch. Künftig fährt in dieser Fahrplanlage ein RE von Go-Ahead ab Lauda (ab 6:02 Uhr) ohne die Halte im Jagsttal. Diese übernimmt eine RB, die in Bad Friedrichshall endet. Außerdem hält nach den aktuellen Fahrplanentwürfen nur ein einziger Zug aus dem Jagsttal morgens in Neckarsulm Nord beim Audi-Werk. Rückfahrten gibt es keine. mgr

 

 

Verwirrung um Fahrplanwechsel 2019: VCD kritisiert fehlende Informationen

Update: Die Fahrpläne der RegionalBahnen Osterburken – Heilbronn – Stuttgart sind nun online einsehbar.

Einen Monat vor Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 herrscht in der Region Heilbronn-Franken große Unruhe bezüglich des künftigen Bahnangebots, insbesondere hinsichtlich der Fahrten auf der Frankenbahn. Verunsicherte Schulleiter wollen Briefe schreiben, weil Schüler befürchten, nicht mehr per Bahn zur Schule fahren zu können. Pendler gehen sogar davon aus, dass sie wegen fehlender Verbindungen wieder aufs Auto umsteigen müssen. „Im Grunde weiß niemand etwas Konkretes, die finalen Fahrpläne sind nicht wirklich bekannt“, kritisiert Hans-Martin Sauter, Vorstand im VCD Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe. Der VCD hält dies für einen unhaltbaren Zustand. „Es kann nicht sein, dass vier Wochen vor einem der wichtigsten Fahrplanwechsel in der Geschichte der Frankenbahn immer noch nicht klar ist, welche Züge wann fahren und vor allem mit welchen Fahrzeugen“, ist Sauter empört. Informationen, welcher Anbieter auf welcher Strecke welche Züge einsetzen will – oder auch nicht – bekomme man lediglich über die Tageszeitung oder müsse sie mühsam in Online-Auskunftsportalen zusammensuchen. Die Initiative 780 Frankenbahn hat einen Offenen Brief an die Verantwortlichen geschrieben und fordert Verbesserungen für Schüler und Pendler.

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Eigentlich sollte Go-Ahead zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 den stündlichen RegionalExpress auf der Frankenbahn zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg mit modernen Triebwagen vom Typ Stadler FLIRT übernehmen. Nach aktuellem Stand sollen jedoch auch bei Go-Ahead teilweise Ersatzfahrzeuge zum Einsatz kommen, da es weiterhin technische Probleme mit den neuen Zügen gibt. ©SCRITTI

Wenn man noch Mitte November 2019 online in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn nach Verbindungen im neuen Fahrplan zwischen Stuttgatt und Heilbronn suchte, bekam man pro Stunde nur zwei Fahrten anstatt drei angezeigt: Den RegionalExpress (RE) zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg (Go-Ahead) sowie die RegionalBahn (RB) zwischen Stuttgart und Heilbronn (Abellio) mit Ankunft zur vollen Stunde, die eigentlich nach Mannheim weiter fahren sollte. Nach aktuellem Stand soll diese jedoch weiterhin von DB Regio gefahren werden, da Abellio zunächst nur den Abschnitt Heilbronn – Mannheim (stündlich wechselnd über Neckarelz oder Sinsheim) bedienen will. Die geplanten stündlichen Regionalbahnen zwischen Stuttgart und Osterburken (Abellio MetropolExpress, ab Stuttgart zur Minute :42, ab Osterburken zur Minute :35) fehlten komplett! „Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig eine frühzeitige Veröffentlichung von Fahrplanentwürfen ist. Hätte man hier ein vernünftiges Verfahren in Baden-Württemberg, gäbe es viel weniger Ärger, und man könnte rechtzeitig auf berechtigte Kritik der Fahrgäste reagieren“, stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb fest. Grundsätzlich begrüßt der VCD das neue Fahrplankonzept in der Region Heilbronn-Franken mit deutlich mehr Fahrten insbesondere am Abend. Nachfolgend die Details. Weiterlesen

ICE-Sprinter nach Berlin hält 2020 nun doch in Heilbronn

Es geschehen noch Zeichen und Wunder, die Deutsche Bahn (DB) bewegt sich: Der ICE-Sprinter, der zwischen April und Oktober einmal täglich von Stuttgart über die Frankenbahn nach Berlin und zurück fahren soll, wird nun doch in Heilbronn halten. Der VCD hatte als einer der ersten über die neue Verbindung berichtet und einen Halt in Heilbronn gefordert, der zunächst von der DB aus fahrplantechnischen Gründen abgelehnt wurde. Doch politisches Lobbying der Regional- und Landespolitiker führte nun zu einem Umdenken. Inzwischen sind auch Tickets für den Zug buchbar, der laut DB-Auskunft ab 14. April 2020 Heilbronn Hbf morgens um 6:35 Uhr verlässt und nach 5:18 Stunden Fahrzeit Berlin Hbf um 11:53 Uhr erreicht. Preislich liegt er relativ hoch und kostet im Sparpreis ohne BahnCard meist 69,90 Euro. Verbindungen zwischen Heilbronn und Berlin mit Umsteigen in Würzburg oder Nürnberg sind teils nur 20 bis 30 Minuten langsamer und kosten deutlich weniger. So kann man etwa am 18. April 2020 nur 13 Minuten später mit dem regulären RegionalExpress (RE) 8 mit Umstieg in Würzburg und Bamberg in Richtung Berlin fahren und bezahlt nur 35,90 Euro. Der Preis für die Rückfahrt mit dem ICE-Sprinter von Berlin Hbf um 15:57 Uhr mit Ankunft in Heilbronn Hbf um 21:04 Uhr liegt meist sogar bei 79,90 Euro. Auf der Rückfahrt verlässt der ICE Würzburg Hbf in der Fahrplanlage des regulären RE zur Minute :37, weshalb der RE zwei Minuten später startet als üblich. Fahrplankonflikte bei minimalen Verspätungen sind hier vorprogrammiert.

ICE-T-Naumburg
Als Sprinter zwischen Stuttgart, Heilbronn und Berlin sollen kurze ICE-T zum Einsatz kommen. Mit aktiver Neigetechnik wären diese Züge eigentlich optimal für den Einsatz auf der kurvenreichen Frankenbahn und könnten so die Fahrzeiten weiter verkürzen. Leider hat die DB das Interesse am Thema Neigetechnik verloren und nutzt diese aktuell auch nicht. ©SCRITTI

Der ICE-Sprinter verkehrt bis Anfang Oktober und startet übrigens nicht wie angekündigt am Karfreitag 10. April 2020, sondern erst am Dienstag 14. April 2020. Sonntags gibt es keine Hinfahrt, samstags keine Rückfahrt.Seit Eröffnung der Schnellfahrstrecke Nürnberg – Erfurt kann man von Heilbronn aus auch über die Hohenlohebahn über Schwäbisch Hall – Crailsheim – Nürnberg nach schnell nach Berlin reisen. Einziger Nachteil ist, dass man in Nürnberg meist rund 40 Minuten Wartezeit hat, da der Takt nicht passt. Dies könnte man ändern, würde man den künftigen, um 30 Minuten versetzten RE Karlsruhe – Heilbronn nach Nürnberg weiterführen. Sparpreise auf dieser Route gibt es zeitig gebucht aktuell für 25,90 Euro, manchmal auch darunter. Wenn die Verbindungen nicht gleich angezeigt werden, dann muss man ab Weinsberg suchen oder in der Verbindungssuche als Zwischenhalt Bamberg oder Erfurt ohne Aufenthaltszeit eingeben. Ab Fahrplanwechsel im Dezember 2019 verkehrt der RE zwischen Heilbronn und abwechselnd bis Schwäbisch Hall oder Crailsheim jede Stunde, dann gibt es noch bessere Verbindungen.

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Verkehrspolitischer VCD-Abend: Mehr Bahn braucht das Land!

Am 16. Oktober 2019, um 19:30 Uhr veranstaltete der VCD Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe mit Unterstützung durch den Verein Zabergäubahn pro Stadtbahn und die Bürgeraktion Bottwartalbahn in Lauffen am Neckar, Lauffener Weingärtner EG, Im Brühl 48 beim Lauffener Bahnhof einen weiteren verkehrspolitischen Abend mit Diskussion zum Thema: Mehr Bahn braucht das Land! Reaktivierung jetzt! Zukunft für Zabergäu und Bottwartal. Einen ausführlichen Bericht gibt es im Stadtbahn-Blog.

Verkehrspolitischer Abend mit dem VCD in Lauffen

Verkehrspolitischer Abend mit dem VCD in Lauffen am 16.10.19

Kein Klimaschutz ohne Verkehrswende! Wie können attraktive Bahnangebote den Öffentlichen Verkehr stärken und zum Rückgrat der Verkehrswende werden? Welche Zukunftschancen gibt es etwa für die Reaktivierung von Zabergäu- und Bottwartalbahn?

Das Land Baden-Württemberg untersucht derzeit 41 stillgelegte Bahnstrecken auf ihr Reaktivierungspotenzial, darunter auch Bottwartal- und Zabergäubahn oder die Krebsbachtalbahn, die über einen kurzen Lückenschluss nach Bad Rappenau angebunden werden könnte. Welche Konzepte und Ideen gibt es für eine erfolgreiche Reaktivierung? Welche Forderungen und Ideen hat der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD für eine ernstgemeinte Verkehrswende?

Moderne Hybrid- oder Batteriezüge, wie sie das Land Baden-Württemberg jetzt bestellt hat, bieten Chancen für eine Renaissance der Bahn auch auf Strecken ohne elektrische Oberleitung. Auch der Ausbau für moderne Tram-Systeme bringt den Menschen mehr Mobilität, wie die Erfolgsgeschichte der Stadtbahn Heilbronn anschaulich zeigt.

Gerhard Schnaitmann, langjähriger Mitarbeiter der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, spricht über Chancen und Möglichkeiten für den regionalen Bahnverkehr und die Wiederbelebung ehemaliger Bahnstrecken.

Matthias Lieb, VCD-Landesvorsitzender, erläutert die VCDKernforderungen für die Verkehrswende und berichtet über den Einsatz und die Ideen des VCD für eine attraktive und moderne Bahn im Land. Anschließend besteht die Gelegenheit für Fragen und zur Diskussion. Hier gibt es den  VCD-Flyer zum Download.