ICE-Sprinter nach Berlin hält 2020 nun doch in Heilbronn

Es geschehen noch Zeichen und Wunder, die Deutsche Bahn (DB) bewegt sich: Der ICE-Sprinter, der zwischen April und Oktober einmal täglich von Stuttgart über die Frankenbahn nach Berlin und zurück fahren soll, wird nun doch in Heilbronn halten. Der VCD hatte als einer der ersten über die neue Verbindung berichtet und einen Halt in Heilbronn gefordert, der zunächst von der DB aus fahrplantechnischen Gründen abgelehnt wurde. Doch politisches Lobbying der Regional- und Landespolitiker führte nun zu einem Umdenken. Inzwischen sind auch Tickets für den Zug buchbar, der laut DB-Auskunft ab 14. April 2020 Heilbronn Hbf morgens um 6:35 Uhr verlässt und nach 5:18 Stunden Fahrzeit Berlin Hbf um 11:53 Uhr erreicht. Preislich liegt er relativ hoch und kostet im Sparpreis ohne BahnCard meist 69,90 Euro. Verbindungen zwischen Heilbronn und Berlin mit Umsteigen in Würzburg oder Nürnberg sind teils nur 20 bis 30 Minuten langsamer und kosten deutlich weniger. So kann man etwa am 18. April 2020 nur 13 Minuten später mit dem regulären RegionalExpress (RE) 8 mit Umstieg in Würzburg und Bamberg in Richtung Berlin fahren und bezahlt nur 35,90 Euro. Der Preis für die Rückfahrt mit dem ICE-Sprinter von Berlin Hbf um 15:57 Uhr mit Ankunft in Heilbronn Hbf um 21:04 Uhr liegt meist sogar bei 79,90 Euro. Auf der Rückfahrt verlässt der ICE Würzburg Hbf in der Fahrplanlage des regulären RE zur Minute :37, weshalb der RE zwei Minuten später startet als üblich. Fahrplankonflikte bei minimalen Verspätungen sind hier vorprogrammiert.

ICE-T-Naumburg

Als Sprinter zwischen Stuttgart, Heilbronn und Berlin sollen kurze ICE-T zum Einsatz kommen. Mit aktiver Neigetechnik wären diese Züge eigentlich optimal für den Einsatz auf der kurvenreichen Frankenbahn und könnten so die Fahrzeiten weiter verkürzen. Leider hat die DB das Interesse am Thema Neigetechnik verloren und nutzt diese aktuell auch nicht. ©SCRITTI

Der ICE-Sprinter verkehrt bis Anfang Oktober und startet übrigens nicht wie angekündigt am Karfreitag 10. April 2020, sondern erst am Dienstag 14. April 2020. Sonntags gibt es keine Hinfahrt, samstags keine Rückfahrt. Weiterlesen

ICE soll 2020 über die Frankenbahn fahren – ohne Halt

Update: Auch der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel fordert in einem Brief an DB-Vorstand Ronald Pofalla einen Stopp des in 2020 über Heilbronn verkehrenden ICEs. Auch Grünen-Politiker machen sich für einen ICE-Halt stark. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Der ICE soll in Heilbronn halten!

Wie jetzt bekannt wurde, will die Deutsche Bahn im Jahr 2020 vom 11. April bis 4. Oktober ein tägliches ICE-Sprinter-Paar über die Frankenbahn Stuttgart – Heilbronn – Würzburg führen – allerdings ohne Halt zwischen Stuttgart und Würzburg! Grund dafür ist die Sperrung der Schnellfahrstrecke Mannheim – Stuttgart wegen umfangreicher Bauarbeiten im kommenden Jahr, die zu netzweiten Verspätungen beim Fern- und Regionalverkehr führen wird. Der fünfteilige Zug mit einem Fahrzeug der Baureihe 415 (ICE-T mit Neigetechnik, die allerdings zwischenzeitlich abgeschaltet war) soll Stuttgart am Morgen um 6:00 Uhr verlassen, um 8:00 Uhr Würzburg erreichen und dann weiter ohne Halt bis Berlin verkehren, wo der Zug um 11:39 Uhr am Hauptbahnhof ankommen soll. Zurück geht es ab Berlin Hbf um 15:50 Uhr mit Stopp in Würzburg um 19:35/37 und Ankunft in Stuttgart um 21:41 Uhr. Der ICE ist so mit einer Fahrzeit von rund zwei Stunden zwischen Stuttgart und Würzburg etwa 15 Minuten schneller als der RegionalExpress (RE), der ab Dezember 2019 stündlich verkehren soll. Die Rückfahrt des ICE ab Würzburg um 19:37 Uhr würde in der heutigen Fahrplantrasse des RE liegen.

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Präsentation der Deutschen Bahn zum geplanten ICE-Sprinter Stuttgart – Berlin in 2020

Der VCD Landesverband und auch der VCD Regionalverband Hall-Heilbronn-Hohenlohe kritisieren, dass der ICE nicht in der Großstadt Heilbronn halten soll und fordern einen Stopp des Zuges in der Neckarstadt.

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VCD fordert Anpassungen beim MetropolExpress und neue S-Bahn nach Osterburken

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD in der Region Hall-Heilbronn-Hohenlohe hat im Rahmen des Mobilitätspaktes Heilbronn-Neckarsulm ein Konzept mit Verbesserungen beim ab Fahrplanwechsel im Dezember 2019 geplanten MetropolExpress (MEX) und den künftigen IRE-Zügen auf der Frankenbahn vorgelegt, das für die Fahrgäste in der Region sehr viele Vorteile bringt. Der VCD schlägt vor, den zweistündlichen Linienwechsel der heutigen RE-Züge zwischen Heilbronn und Mannheim aufzugeben und beide MEX-Linien im halbstündlichen Wechsel über Sinsheim bzw. Neckarelz in den Rhein-Neckar-Raum zu führen, so dass es auf beiden Strecken stündlich eine schnelle Verbindung gibt (statt heute zweistündlich). Anstelle der MEX-Linie von Heilbronn nach Osterburken schlägt der VCD eine stündliche S-Bahn-Linie S43 vor, die halbstündlich versetzt zum IRE auf der Frankenbahn verkehren sollte. Die S43 kann zudem von Heilbronn weiter nach Lauffen und Zaberfeld oder bis Stuttgart Hbf geführt werden.

VCD-Konzept für MEx+IRE auf Frankenbahn

VCD-Konzept für MEx+IRE auf Frankenbahn

Dieses Konzept bringt für Fahrgäste aus dem Ballungsraum Heilbronn-Neckarsulm zahlreiche Vorteile und wird der steigenden Nachfrage der Fahrgäste im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) gerecht: Nicht nur nach Stuttgart, sondern auch in Richtung Heidelberg/Mannheim gäbe es mit MEX einen Halbstundentakt. Die Fahrzeit auf der Strecke über Sinsheim könnte deutlich verkürzt werden, so dass in Mannheim Hbf ein entspannterer Übergang von/zum Fernverkehr möglich wäre. Auf der Frankenbahn in Richtung Würzburg würden aktuelle Fahrplankonflikte entschärft, so dass auch hier ein stabiler Verkehr von/nach Würzburg mit erreichbaren Anschlüssen möglich wäre. Anstelle des geplanten MEX von/bis Osterburken sollte hier eine neue S-Bahnlinie S43 mit Vollbahn-Fahrzeugen eingerichtet werden. Diese könnte in einem ersten Schritt bis Lauffen am Neckar verkehren, was auch südlich von Heilbronn einen 15-Minuten-Takt der Nahverkehrszüge ermöglichen würde. Weiterlesen

Der Hanse-Express kommt: Neuer privater Schnellzug Stuttgart-Heilbronn-Hamburg

Fahrplan Hanse-Express

Fahrplan des Hanse-Express ab 2.4.15

Wie die Heilbronner Stimme (online nur gegen Bezahlung) heute groß berichtet, soll Heilbronn plötzlich und unerwartet ab 2. April 2015 eine neue Fernzugverbindung erhalten. Der private „Hanse-Express“ verkehrt ab Gründonnerstag mit Abteilwagen zwischen Stuttgart, Heilbronn, Würzburg und Hamburg. Zunächst nur mit einzelnen Verbindungen am Wochenende. Ein Ticket Heilbronn – Hamburg kostet 65 Euro. Abfahrten Richtung Hamburg ab Heilbronn sind aktuell:

2.4.15 um 15:13 Uhr, 3.4.15 um 8:13 Uhr, 5.3.15 um 23:13 Uhr, 6.3.15 um 23:13 Uhr.
Abfahrten Richtung Stuttgart ab Heilbronn sind aktuell: 3.4.15 um 6:18 Uhr, 5.4.15 um 21:13 Uhr, 6.4.15 um 21:13 Uhr, 7.4.15 um 15:13 Uhr.
Interessant dabei: Die Fahrzeit nach Stuttgart beträgt lediglich 34 Minuten bei einem Stopp in Bietigheim! Der Zug fährt dabei in etwa in der Fahrplantrasse des RegionalExpresses von Würzburg. Das Ticket Heilbronn – Stuttgart kostet 10 Euro.
Nach Würzburg dauert es 1 Stunde und 20 Minuten. Der Zug fährt dabei etwa eine halbe Stunde versetzt zum RE und hält nur in Lauda. Die Normalfahrkarte kostet 25 Euro, was teurer ist als das BaWü-Ticket. Fernbusse fahren auf der Relation ab 5 Euro.
Über die eingesetzten Fahrzeuge ist derzeit noch nichts bekannt. Die Rede ist von „Abteilwagen“. Das Unternehmen hat seinen Sitz laut Homepage in Heilbronn. Einen kleineren Bericht dazu gibt es auch im Weblog Bahn Im Bild. Man darf gespannt sein, ob ein weiteres Experiment, einen eigenwirtschaftlichen Fernverkehrszug dauerhaft zu etablieren gelingt. Erst zum letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2014 hat Veolia Verkehr den Fernzug InterConnex zwischen Leipzig, Berlin und Rostock nach zwölf Jahren eingestellt. Als Gründe wurden die starke Konkurrenz durch parallel fahrende Fernbusse sowie die exorbitant hohen, an die Deutsche Bahn zu zahlenden Trassen- und Stationsgebühren genannt. Derzeit verkehrt nur noch der Hamburg-Köln-Express (HKX) eigenwirtschaftlich täglich zwischen Hamburg und Köln. Um die Auslastung zu verbessern, geht der HKX nun eine Kooperation mit der Deutschen Bahn ein, damit Nahverkehrstickets im HKX anerkannt und zudem deutschlandweit durchgehende Tickets mit dem HKX angeboten werden können.

Gäubahn-Intercity künftig bis Würzburg?

RE der DB unterwegs auf Gäubahn, ©wikimedia

Das Verkehrsministerium von Baden-Württemberg hat kürzlich ein neues Fahrplankonzept für die Gäubahn vorgestellt. Wettbewerber der Deutschen Bahn (DB) dürften davon nicht besonders begeistert sein. Die Planung sieht ab Dezember 2017 stündliche umsteigefreie Intercity-Verbindungen zwischen Stuttgart und Zürich und damit eine Verdopplung des heutigen Fernverkehrsangebots vor. Um dies zu ermöglichen, verzichtet das Land auf die Ausschreibung der heutigen RegionalExpress-Leistungen auf der Gäubahn und beteiligt sich stattdessen an der Finanzierung des DB-Fernverkehrs. Fahrgäste können im Gegenzug die stündlichen IC-Verbindungen mit neuen Doppelstockwagen von/bis Singen mit Nahverkehrstickets nutzen. Die IC-Züge steuern künftig in Zürich den Taktknoten zur Minute :30 an und nicht mehr wie heute zur Minute :00. Dadurch kommt es in Stuttgart zu Abfahrtzeiten zu den Minuten :17 bzw. :29 und Ankunft zur Minute :32 bzw. :43.
(Hier dazu die Fahrplan-Übersicht als pdf.)
Der VCD hält es für überlegenswert zu prüfen, ob man dieses Konzept auch auf die Relation Stuttgart – Heilbronn – Würzburg (– Fulda) ausdehnen kann. Dies könnte unter Umständen die letzte Chance sein, die Region Heilbronn-Franken an den Schienenfernverkehr anzubinden. Allerdings bliebe ein solches Konzept zwangsläufig nicht ohne Kritik:
– Ein Konzept mit vom Land subventioniertem Fernverkehr bedeutet de facto die Abschaffung des Wettbewerbs im Nahverkehr, da das Land ohne Ausschreibung Nahverkehrsmittel direkt an die DB bezahlt
– Dies ist vergaberechtlich bedenklich und es ist fraglich, ob dies mit EU-Gesetzgebung und Vergaberecht vereinbar ist. Wettbewerber könnten dagegen klagen.
– Die DB erhält so ohne Not ein weitreichendes Monopol und kann schon nach wenigen Jahren den Preis für diese Leistungen in die Höhe schrauben bzw. über die Nahverkehrs-Zuschüsse ihren (defizitären) Fernverkehr weiter subventionieren
– Die Frankenbahn fährt heute auf den Taktknoten :30 in Würzburg und in Stuttgart auf den Taktknoten :00. Ohne lange Standzeiten in Stuttgart ist eine Durchbindung Gäubahn – Würzburg nicht möglich. Ansonsten würde man in Stuttgart die Fernverkehrsanschlüsse verlieren
– Anders als auf der Gäubahn macht auf der Frankenbahn eine solche Kombination Nah-/Fernverkehr wenig Sinn, da es heute keinen Fernverkehr gibt. Es ist davon auszugehen, dass die Nahverkehrsleistungen ausgeschrieben werden müssen.

VCD fordert mehr Qualität im Nahverkehr

VCD-Pressemitteilung: Der ökologische Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in der Region Heilbronn-Franken präsentiert Vorschläge für einen besseren Schienenverkehr im Heilbronner Land. Der VCD fordert unter anderem schnellere Verbindungen nach Stuttgart und Mannheim, bessere Anschlüsse zum Fernverkehr in Würzburg und Mannheim sowie eine dichtere Taktung im S-Bahnverkehr und den schnellen Ausbau des Heilbronner S-Bahnnetzes. Um Steuergelder nicht weiterhin zu verschwenden und einen effizienten und zielgerichteten Einsatz der vorhandenen finanziellen Mittel zu gewährleisten, fordert der VCD eine baldige Ausschreibung des gesamten Öffentlichen Verkehrs in der Region inklusive der S-Bahnverkehre mit Zweisystem-Stadtbahnen.
Die gesamte Pressemitteilung gibt es hier: VCD-PM-1005-Regionalverkehr
Ein ausführlicheres Konzept findet sich hier: 2010-VCD-ÖV-HN-Konzept

Neuer privater Nachtzug nach Berlin

In der Heilbronner Stimme schreibt Hartmut Hölscher: Zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs bekommt Heilbronn wieder eine umsteigefreie Zugverbindung nach Berlin. Ab 26. Juni bietet das private Touristikunternehmen DNV-Tours in Kornwestheim jeweils in der Nacht von Freitag auf Samstag eine Schlaf- und Liegewagenverbindung von Stuttgart über Heilbronn in die Hauptstadt an. In umgekehrter Richtung verkehrt der Zug in der Nacht von Sonntag auf Montag. Ein Sitzplatz kostet einfach 39 Euro, ein Liegeplatz 89 Euro.

Hier gibt es Infos zum Zug und Betreiber DNV-Tours unter www.nacht-im-zug.de

ACHTUNG! Nach nur zwei Wochen wurde die Zugverbindung wieder eingestellt. Auf der Website des Unternehmens heißt es dazu: Eine missverständliche Pressemeldung über die Einstellung unseres Nachtzugs führte in diesen Tagen zu einer großen Verunsicherung seitens unserer Gäste und eines potentiellen Investors, der das Projekt (finanziell) unterstützen wollte. Die damit einhergehenden Stornierungen haben den Entschluss reifen lassen, das Projekt nicht fortzuführen.

Ein weiteres Mal hat sich gezeigt, dass die Bahn-Reform mit dem Gebot des „eigenwirtschaftlichen Fernverkehrs“ großer Mist ist! Bis heute kann sich kaum ein Konkurrent gegenüber der Deutschen Bahn etablieren, da Trassen- und Stationspreise für die Benutzung des DB-Schienennetzes offensichtlich so gut wie jedes private Unternehmen in den Ruin treiben…

Regionalverband klagt über schlechtes Bahnangebot

In der Heilbronner Stimme berichtet Joachim Friedl unter dem Titel „Schlechte Behandlung ist nicht zu akzeptieren“, dass der Regionalverband Heilbronn-Franken Verbesserungen im Bahnangebot fordert und die Chancen ausloten will, ob die Region auch an den Schienenfernverkehr angebunden werden kann.

Hierzu ist anzumerken, dass die von Thomas Strobl (CDU) beklagte „schlechte Behandlung der Region“ nicht durch die Deutsche Bahn AG (DB) erfolgt, sondern durch die CDU-FDP-Landesregierung, die für Bestellung und Organisation des Regionalverkehrs verantwortlich ist. Anstatt endlich zu handeln, sollen mal wieder „Expertisen“ erstellt werden. So kann man die Bürger auch für dumm verkaufen!

Hier der Artikel:

Untermünkheim – Der Regionalverband Heilbronn-Franken gibt nicht auf: Bei der Verbandsversammlung in Untermünkheim folgte das Planungsgremium einstimmig einer Forderung der FWV/FDP-Fraktion, sich für die Wiederbelebung des Schienenpersonenfernverkehrs und für bessere Verbindungen zu den nächstgelegenen ICE-Knoten, auch unter Berücksichtung von Stuttgart 21, stark zu machen. Um aber dicke Backen gegenüber der Deutschen Bahn AG, dem Bund und dem Land machen zu können, sollen zunächst die Chancen, wie die Region Heilbronn-Franken in den nationalen Schienenfernverkehr eingebunden werden kann, intensiv abgeklopft werden.

Vorgehensweise In einem ersten Schritt sollen im kommenden Jahr unabhängige Experten vor dem Gremium eine Einschätzung abgeben, welche Erfolgsaussichten für eine Einbindung in den Schienenfernverkehr generell bestehen. „Sollte die Expertenrunde zu dem Ergebnis kommen, dass es positive Ansatzpunkte gibt, sollen in einem zunächst begrenzten Gutachten weitere Fragen geklärt werden. Sollten die Antworten zu weiteren Initiativen ermuntern, soll eine umfangreiche Expertise erstellt werden“, beschrieb Verbandsdirektor Klaus Mandel das weitere Vorgehen.

„Wir müssen weiter dicke Bretter bohren und dürfen nicht nachlassen in unserem Bemühen, das Schienenangebot für die Region zu verbessern“, sagte Thomas Strobl. Für den Vorsitzenden der CDU-Verbandsfraktion ist die „schlechte Behandlung der Region durch die Bahn nicht zu akzeptieren“. Vor allem sei nicht zu akzeptieren, so Strobl, dass die Bahn „Zusagen nicht eingehalten hat“.

Zumutung „Es bedarf nur etwas Geld, um die Strecke nach Würzburg zu beschleunigen und um besseres Wagenmaterial einsetzen zu können“, sieht Harald Friese den Königsweg. Die erforderlichen rund 30 Millionen Euro, rechnete der Vorsitzende der SPD-Verbandsfraktion vor, seien für den Bund, die Bahn und das Land ein Klacks. Die Anbindungen nach Würzburg und Mannheim sind für Friese eine Zumutung. „Wir müssen das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“, gab FWV/FDP-Sprecher Harry Brunnet die Parole aus. Die Region müsse vom Großprojekt Stuttgart 21 profitieren.

Den Prozess, dass „schleichend immer mehr Zugverbindungen von der Bahn abgebaut wurden“, beklagte Regionalrat Klaus-Peter Waldenberger (FWV/FDP). Regionalrat Armin Waldbüßer (Grüne) sieht sogar die Gefahr, dass „nach dem Börsengang der Bahn die Region ganz hintenrunter fällt“.

Liberale fordern schnelle Züge auf der Frankenbahn

Die FWV/FDP-Fraktion im Regionalverband fordert bessere und schnellere Bahnverbindungen auf der Frankenbahn, eventuell auch durch einen privaten Betreiber, so schreibt die Heilbronner Stimme:

Einen Intercity-Express (ICE) erwartet niemand mehr. Dass aber die ganze Region Heilbronn-Franken im Windschatten des schnellen Bahn-Fernverkehrs liegt, ist nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein wirtschaftlicher Nachteil. Einen neuen Anlauf, dies zu ändern, wagt jetzt die FWV/FDP-Fraktion im Regionalverband. Kernforderungen ihres Antrags: Wiederbelebung der schnellen Südverbindung, die früher von Zürich, Stuttgart und Heilbronn nach Würzburg und Berlin reichte, und Reaktivierung der Schnellverbindung Stuttgart – Nürnberg über Backnang und Schwäbisch Hall-Hessental.

Konsensfähig
Der stellvertretende Fraktionschef in der Regionalversammlung, Nico Weinmann, die Hohenloher FDP-Kreisvorsitzende Ute Oettinger-Griese und der Heilbronner FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Link stellten gestern ihren Antrag der Presse vor – bei Regionalverbandsdirektor Klaus Mandel ist er bereits eingereicht. Bei der FWV/FDP ist man überzeugt, dass die anderen Fraktionen die Forderungen mittragen können, denn derzeit bestehe ein „eklatantes Missverhältnis zwischen diesem Nachteil und der Wirtschaftskraft und dem Bevölkerungswachstum der Region“. Die spräche dann „mit einer Sprache“. Und es gäbe mehr Akzeptanz für das Projekt Stuttgart 21.
Beide Vorhaben setzen hohe Investitionen voraus, um die Strecken fit und zweispurig zu machen. Für die Strecke nach Würzburg, der sogenannten Frankenbahn, bei der ja auch gegen die Defizite im Regionalverkehr gekämpft wird, sind Fakten auf dem Tisch. 23 Millionen Euro und die Jahreszahl 2016 als vage formulierter, frühester Zeitpunkt der Besserung.
Eine Jahreszahl haben auch die FWV/FDP-Regionalpolitiker nicht. Aber Weinmann und die anderen beiden sehen zwei „Lichtblicke“. Die Teilprivatisierung der Deutschen Bahn bringe frisches Geld. Und wenn es gelänge, die Infrastruktur (Strecken) auf Vordermann zu bringen, fänden sich vielleicht auch private Betreiber.

Privatisierung nutzen
Eine „einmalige Gelegenheit, noch etwas zu verbessern“, sieht Michael Link. Weil der Bundesrat gerade einstimmig einen Antrag für ein Gesetz beschlossen hat. Es heißt Schienen-Personen-Fern-Verkehrs-Daseinsvorsorgegesetz. Im Klartext geht es darum, dass gute Fernverkehrsverbindungen als Daseinsvorsorge definiert werden. Käme das Gesetz durch, müsste der Bund mehr Geld für den Streckenausbau in die Hand nehmen. Von 2,5 Milliarden Euro jährlich ist die Rede. So wollen die Länder verhindern, dass die Milliarden aus der Bahnprivatisierung im allgemeinem Bundeshaushalt untergehen und die Bahn ihr Geld weiter auf Kosten von Regionalstrecken nur in den Ausbau der großen ICE-Magistralen steckt.
Parallel dazu könne sich die Region bemühen, für die Strecke Stuttgart – Heilbronn – Würzburg einen privaten Betreiber zu finden. Erfolgsbeispiele gebe es – auch für Strecken, die die Deutsche Bahn zuvor für unrentabel erklärt hatte. Ute Oettinger-Griese: „Das ist eine Frage der Qualität des Angebots.“

Der FWV/FDP-Antrag im Detail findet sich hier.